Zu guter Letzt Gaspipeline Nord Stream 2 natürlich fertig bauen

Von 
Michael Roth
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Bergstraße. Mit stoischer Gelassenheit und völlig zu Recht begegnet Bundeskanzlerin Angela Merkel den Forderungen, die Erdgaspipeline Nord Stream 2, durch die russisches Gas nach Deutschland fließen soll, nicht weiter zu bauen. Die Forderungen kommen aus den USA, die eine zu starke Abhängigkeit von russischem Gas und Gas als politisches Druckmittel von russischer Seite befürchten. Hier lohnt ein Blick zurück. Seit Jahrzehnten bezieht Deutschland reichlich Gas problemlos aus Russland, selbst schon in den kältesten Zeiten des Kalten Krieges, als es noch die Sowjetunion gab. Politisch war das nie ein Thema, übrigens auch nicht für die USA.

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Deutschland braucht russisches Gas. Wie sonst soll eine sichere Energieversorgung eines Industrielandes ohne Kohle- und Atomstrom funktionieren? Mit Wind- und Solarenergie noch lange nicht. Und  französischen Atom- oder polnischen Kohlestrom als Alternative will wohl auch niemand. Auch in Brüssel und anderen europäischen Hauptstädten sind viele dagegen, die Pipeline weiter zu bauen. Als Reaktion auf den Umgang mit Kremlkritiker Alexej Nawalny. Es glaubt doch aber niemand im Ernst, dass Nawalny freikommt, wenn die Pipeline nicht weiter gebaut wird.

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