Kommentar Gamestop: Spielverderberei muss man sich leisten können

Von 
Michael Roth
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Bergstraße. Jetzt haben sie es den bösen Hedgefonds, aber mal so richtig gezeigt. Unzählige Kleinanleger haben in Guerilla-Manier den sogenannten Hyänen des Kapitalmarkts ein Geschäft mit Leerverkäufen kräftig vermasselt. Am Ende zahlen aber alle drauf. Zur Sache: Die Geschäfte in den Filialen von Gamestop, ein Computerspielehändler in den USA, laufen nicht allzu gut, die Aussichten sind nicht viel besser. Auch Computerspiele werden zunehmend online gekauft. Die Hedgefonds wetten auf einen Kursverfall der Gamestop-Aktien. Und das geht so: Sie leihen sich bei Investmentfonds oder Banken Gamestop-Aktien und verkaufen diese an der Börse. Dann warten sie den gesunkenen Aktienkurs ab und kaufen die Papiere dort günstiger zurück. Die Aktien gehen dann wieder ins Depot, wo sie herkamen. Die Hedgefonds kassieren als Gewinn die Differenz zwischen Verkaufs- und Rückkaufpreis abzüglich einer Leihgebühr.

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Doch diesmal hielten organisierte Kleinanleger sozusagen als Spielverderber dagegen und kauften ihrerseits Gamestop-Aktien, der Kurs stieg. Die Hedgefonds mussten teurer zurückkaufen als sie einkauften und gerieten in Schieflage. Die droht aber demnächst auch dem Schwarm der Kleinanleger. Die sitzen nun auf viel zu teuren Gamestop-Aktien. Wenn das Unternehmen mit Gewinnen den hohen Aktienkurs nicht rechtfertigen kann, sinkt dieser. Viele Kleinanleger werden hohe Verluste einfahren. Das muss man sich als Spielverderber erstmal leisten können.

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