Zu guter Letzt Facebooks schweres Herz

Von 
Michael Roth
Lesedauer: 

Bergstraße. Seit dem Ende der Tauschwirtschaft, also weit vor unserer Zeitrechnung, werden Produkte und Dienstleistungen mit Geld bezahlt. Der Internetgigant Facebook, der sich allen Ernstes soziales Netzwerk nennt, bei Licht betrachtet aber ein profitorientiertes Unternehmen ist, sieht das anders. Inhalte von Zeitungen etwa, die via Facebook verbreitet werden, will das Unternehmen nicht bezahlen. Und auch nichts tauschen.

AdUnit urban-intext1

In Australien ist der Konflikt, der auch im Rest der Welt gärt, eskaliert. Die Regierung pocht darauf, dass Facebook die Verlage für ihre Inhalte entlohnt. Facebook hält das für nicht umsetzbar und hat das Teilen von Nachrichteninhalten auf seinen Seiten blockiert. Facebooknutzer können keine journalistischen Inhalte mehr teilen.

„Es stellt uns nun vor eine harte Wahl: zu versuchen, ein Gesetz zu befolgen, das die Realität dieser Beziehung verkennt, oder Nachrichteninhalte in unseren Diensten in Australien nicht länger zu erlauben“, heißt es von Facebook. Schweren Herzens habe man sich für Letzteres entschieden. Es kommen einem die Tränen.

Gerade hat Google in Australien vorgemacht, was möglich ist. Der Konzern hat sich mit dem Medienkonzern News Corp. von Rupert Murdoch auf Zahlungen für journalistische Inhalte geeinigt. Murdochs Reich ist groß und mächtig. Er selbst und seine Manager sind harte Knochen, die nicht im Ruf stehen, allzu großzügig im Geschäftsleben zu sein. Ein Ausweg ist vorgezeichnet. Und folgt Facebook dem Google-Beispiel, dann wird es allen ums Herz auch wieder leichter.  

Chefredaktion