Kommentar Die Tribute des Lockdowns

Von 
Michael Roth
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Bergstraße. In der deutschen Wirtschaft macht sich zu Beginn des Jahres Ernüchterung breit. Der Ifo-Index, ein bewährter Frühindikator der wirtschaftlichen Entwicklung hierzulande, ist gesunken. Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Aussichten bewerten die Unternehmen schlechter. Dabei darf man nicht alle Branchen über einen Kamm scheren. Die für Deutschland wichtige Industrie kommt vergleichsweise gut weg, auch weil sich das Exportgeschäft, China sei dank, weiter belebt hat. Sorgen machen die vom Lockdown betroffenen Branchen wie Einzelhandel, Restaurants, Hotels und Dienstleister wie Friseure. Hier fordert der Lockdown seinen härtesten Tribut. Es stehen massive Verluste in den Büchern. Die können durch die vollmundig versprochenen, aber nicht schnell fließenden  Hilfen, derzeit nicht ausgeglichen werden. Über allem wabert noch die Enttäuschung über die schlechte, von der EU organisierte, Versorgung mit Impfstoff, an der mal wieder kein Politiker Schuld gewesen sein will.

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