Zu guter Letzt Die Sesselkleberin von Brüssel

Von 
Michael Roth
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Bergstraße. Die Sesselkleberin von Brüssel

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Verantwortung scheint für die EU-Kommissionschefin ein Fremdwort zu sein. Sie klebt an ihrem Sessel. Es gab schon Politiker und Wirtschaftsbosse, die sind wegen weit geringerer Vergehen zurückgetreten oder mussten gehen. Doch ihre Fehler sind im Vergleich zu von der Leyen geradezu lässliche Sünden. Was ist eine gefälschte Doktorarbeit (Karl-Theodor zu Guttenberg, Ex-Verteidigungsminister), ein vertuschter Abgasskandal (Martin Winterkorn, Ex-VW-Chef) oder der Vorwurf der Vorteilsnahme (Christian Wulff, Ex-Bundespräsident) gegen das eklatante Versagen bei einer Pandemie?

Ende vergangenen Jahres sprach von der Leyen bei der Zulassung des ersten Corona-Impfstoffs von einem bewegenden Moment der Einheit, eine europäische Erfolgsstory gar werde geschrieben. Dann kam das Desaster. Weil die EU sich zu wenig und zu spät Impfstoff gesichert hat, fehlt der heute. Die Zahl der Infizierten und vermutlich der Todesfälle könnte mit mehr Impfstoff deutlich geringer sein. Und was macht von der Leyen? Will an nichts schuld sein und verweist auf eine künftig schnellere Zulassung und höhere Produktionskapazitäten. Nur von einem spricht sie nicht: von einem Rücktritt.

 

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