Kommentar Bargeld muss bleiben

Von 
Michael Roth
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Bergstraße. Nach der missratenen Impfstrategie geht die EU-Kommission wieder mal einer ihrer Lieblingsaktivitäten nach. Sie mischt sich in Themen ein, für die sie nicht gebraucht wird, weil jedes Mitgliedsland in der Union das auch alleine regeln kann.

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Neuerdings wird über eine Einschränkung oder gar ein Verbot von Bargeld nachgedacht. Steuerhinterziehung und Geldwäsche sollen so erschwert werden. Bisher gibt es in Deutschland und weiteren acht EU-Ländern keine Obergrenze für Barzahlungen. Hierzulande ist es lediglich erforderlich, bei Zahlungen von mehr als 10.000 Euro in bar den Ausweis vorzuzeigen. Brüssel schlägt nun eine Obergrenze vor, die von vielen als Vorstufe für ein Bargeldverbot gesehen wird.

Letzteres aber geht auf jeden Fall zu weit. Es geht niemanden etwas an, welche Einkäufe jemand macht oder in welchem Restaurant er isst. Verdächtig hingegen ist, wenn ein Luxusschlitten oder eine Yacht bar bezahlt wird. Doch hier wären endlich schärfere Regelungen zur Vermögensabschöpfung sinnvoller, gerne auch europaweit. Sie ermöglichen Werte zu beschlagnahmen, die mit Geld aus kriminellen Quellen bezahlt wurden.

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