Modellbahnwelt bleibt im Odenwald

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ik
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Die Weichen für die Modellbahnwelt Odenwald werden nur konzeptionell neu gestellt. Die Umzugspläne aber haben sich zerschlagen. Ein Standortwechsel ins alte Opel-Werk nach Rüsselsheim wäre aufgrund teurer Umbaumaßnahmen nicht rentabel. © Hofmann

Die Modellbahnwelt Odenwald zieht nicht nach Rüsselsheim. Wie Betreiber Michael Schuhmacher mitteilt, bleibt die größte HO-Schauanlage Süddeutschlands in Fürth.

Modellbahnwelt Odenwald

Die Modellbahnwelt Odenwald ist mit über 1050 Quadratmetern Anlagenfläche die größte HO-Schauanlage Süddeutschlands.

400 Modellzüge fahren auf über 11 500 Metern Gleis durch detailreich ausgestattete Landschaften. 1650 Weichen können gestellt werden.

In den ausgestellten Welten können die Besucher nicht nur eine Reise durch verschiedene Länder unternehmen, sondern sich auch in die 60er-Jahre zurückversetzen lassen.

Die Modellbahnwelt bietet Führungen hinter die Kulissen sowie neu auch kulinarische Abende an.

Adresse: Fürth/Odenwald, Krumbacher Straße 37 (direkt neben dem Schwimmbad).

Öffnungszeiten: ganzjährig samstags bis dienstags von 11 bis 18 Uhr. In den Schulferien meistens Sonderöffnungszeiten.

Sondertermine für Gruppen ab 40 Personen außerhalb der regulären Öffnungszeiten sind nach telefonischer Absprache möglich.

Weitere Infos unter der Rufnummer 06253/930 9725 sowie im Internet unter www.modellbahnwelt-odenwald.de. ik

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„Die Pläne für einen geplanten Umzug nach Rüsselsheim haben sich leider zerschlagen“, so der Geschäftsführer. Grund sind die zu erwartenden Kosten für den Umbau des zum Verkauf stehenden ehemaligen Opel-Werks. In den langwierigen Verhandlungen mit dem privaten Besitzer habe sich herauskristallisiert, dass die Investitionen für die Modellbahnwelt nicht zu stemmen seien. Die endgültige Entscheidung sei in den letzten Wochen gefallen.

Kosten wären zu hoch gewesen

Nicht ohne Wermutstropfen legt Schuhmacher die Umzugspläne ad acta. „Das alte Werksgebäude wäre für uns eine tolle Option gewesen. Wir waren sehr fixiert auf diesen Standort.“ Letztendlich habe jedoch die Vernunft entschieden. „Wir hätten so viel umbauen müssen, dass es nicht mehr rentabel gewesen wäre.“

Dabei hatte der Standort gegenüber dem in Fürth durchaus Vorteile vorzuweisen. Das alte Opel-Werk wäre nicht nur vom Einzugsgebiet und seiner Anbindung – direkt am S-Bahnhof – optimal. Auch Kapazitäten für eine umfassende Erweiterung wären vorhanden.

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Grund für die Umzugspläne waren die niedrigen Besucherzahlen, die Schuhmacher auf rund 25 000 jährlich beziffert. „Zu wenig, um rentabel zu arbeiten“, weiß der Betreiber der Modellbahnwelt, die seit zehn Jahren in unmittelbarer Nachbarschaft des Freibades beheimatet ist. Dennoch sei nicht daran gedacht, weiter nach einem anderen Standort zu suchen. Vielmehr soll mit einem neuen Konzept gegengesteuert werden.

Zum einen will Schuhmacher die Gastronomie ausbauen, um zusätzliche Gäste und Ausflügler anzuziehen. Mit dem Bistro-Café mit angeschlossenem Biergarten habe man bereits im Sommer neue Kunden gewinnen können. Außerdem ist geplant, die Modellbahnanlage im Rahmen der Möglichkeiten zu erweitern. Durch die Umzugspläne seien in den vergangenen Monaten viele Pläne auf Eis gelegt worden. Die gelte es jetzt in Angriff zu nehmen.

Begehbarer Schattenbahnhof

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Zurzeit ist das Team um Michael Schuhmacher dabei, einen der größten begehbaren Schattenbahnhöfe mit über 200 Gleisen zu bauen. Dieser wird neue Anlagen mit Motiven aus verschiedenen deutschen Regionen mit Zügen versorgen, sodass eine über 250 Quadratmeter große zusätzliche Anlagenwelt mit über 2000 Metern Gleis und über 500 Weichen entsteht.

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Mittlerweile wurden verschiedene Trassen verlegt. Aktuell rollen schon über 80 neue Zuggarnituren über den neuen Abschnitt. Als Besonderheit können die Besucher während der weiteren Bauabschnitte bei der Gestaltung zuschauen.

Interaktion ist ein weiteres Stichwort, mit dem die Attraktivität erhöht und die Besucherzahl gesteigert werden soll. Unter Mitwirkung von interessierten Bürgern und Schulklassen soll eine Modellbahnanlage mit der Kulisse des Odenwaldes entstehen. Schuhmacher: „Wer mitmachen möchte, kann sich gerne melden.“

Ferner wird das Angebot für Führungen ausgeweitet und auf verschiedene Besuchergruppen zugeschnitten. So stehen für Oktober und November kulinarische Abende mit anschließendem Rundgang durch die Modellbahnwelt auf dem Programm. ik