Der Uhrmacher: Josef Gölz fand seinen Traumberuf bereits mit sieben Jahren

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bergstrasse. Kleine Jungs wollen Astronaut, Pilot oder Fußballer werden. Als der 7-jährige Josef Gölz 1954 das Uhrgeschäft seines Onkels besuchte, stand für ihn fest: "Ich will Uhrmacher werden". Er setzte sich gegen alle Widrigkeiten durch und erlernte seinen Traumberuf. 55 Jahre später hat er es immer noch nicht bereut.

Geduld und Fingerspitzengefühl

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Umgeben von unzähligen Uhren, sitzt Josef Gölz in seiner Werkstatt in Bensheim und repariert mechanische Uhren. Geduld und Fingerspitzengefühl sind gefragt, um winzige Schrauben, die oftmals nur ein Bruchteil eines Millimeters klein sind, mit Pinzette in die richtige Öffnung zu bringen. Ohne Brillen-Lupe und ruhige Hände geht nichts. Überall liegen Uhrwerke, Schrauben, Ziffernblätter und Zeiger, die darauf warten, dass der Uhrmachermeister sie wieder zu einer tickenden Uhr zusammenfügt.

An seine erste Uhr kann er sich nicht mehr erinnern, aber die Frage nach einer Traumuhr beantwortet er schnell: "Eine Lange 1 von A. Lange & Söhne", sagt Josef Gölz und kommt ins Schwärmen, wenn er von der Stadt Glashütte, dem Mekka der deutschen Uhrmacherkunst in Sachsen, spricht.

Operation am offenen Uhrwerk

Während wir Josef Gölz zu seinem Beruf befragen, liegt zwar keine Uhr aus Glashütte auf seinem gut beleuchteten Arbeitstisch, aber nicht weniger bekannte Namen gehören zu seinen "Patienten". Ob Omega, Rolex oder Sinn - mit Hilfe von Messgeräten und Geduld kommt der Uhrmachermeister den Defekten auf die Spur und kann nach erfolgreicher "Operation am offenen Uhrwerk" strahlenden Besitzern ihren Zeitmesser wieder überreichen.

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Nicht jeder Arbeitstag hält solche Momente für Uhrenliebhaber wie Gölz parat. "Manchmal ist es nur eine Batterie in einer Quarzuhr oder ein neues Armband, das den Kunden weiterhilft."

Das Bild ist Teil unserer Serie "Bergsträßer Arbeitsplätze". Jeden Mittwoch veröffentlichen wir auf dieser Seite ein Motiv. tn/BILD: neu