Kinos - Betreiber Alfred Speiser kündigt für den Sommer eine Erweiterung in Hemsbach an Brennessel bekommt einen dritten Saal

Von 
Carsten Propp
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Alfred Speiser ist nach eigener Aussage ein „alter Bond-Fan“. In Hemsbach betreibt der Kinobesitzer die Brennessel, in Weinheim das Moderne Theater. © Kopetzky

Hemsbach. James-Bond-Fans sollten sich den Termin schon einmal rot im Kalender anstreichen: Vier Jahre mussten sie auf die Fortsetzung warten. Am 2. April feiert Agent 007 endlich sein silbernes Jubiläum. Zum 25. Mal rettet der Mann, der Martinis nur geschüttelt (nicht gerührt) trinkt, die Welt. Zum fünften und letzten Mal verkörpert dann Daniel Craig den britischen Gentleman, der meistens eine Walther PPK unter dem Sakko trägt.

Brennessel-Jahresbilanz

30 000 Besucher zählte das Programmkino Brennessel in Hemsbach im vergangenen Jahr.

Die beliebtesten Filme waren: 1. Green Book (2300 Besucher), 2. Leberkäsjunkie (2100), 3. Der Junge muss an die frische Luft (2000). red

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„Das werden wir feiern“, verspricht Alfred Speiser, der in Hemsbach die Brennessel und in Weinheim das Moderne Theater betreibt. Was genau die Fans erwartet, kann er noch nicht sagen. „Aber ich lasse mir was einfallen. Vielleicht gibt es einen Dresscode“, sagt der 68-Jährige mit einem Schmunzeln.

Die Bondfilme begleiten Speiser schon sein gesamtes Berufsleben. „Ich bin ein alter Bond-Fan“, gesteht er. Sein Lieblingsfilm? „Der Spion, der mich liebte“ aus dem Jahr 1977. Damals hatte Roger Moore die Titelrolle; sein Widersacher Stromberg wurde von Curd Jürgens gespielt.

„Keine Zeit zu sterben“ heißt der neue Bond-Film – ein Motto, das auch für die deutschen Kinos gelten könnte, findet Speiser. Nach dem „Katastrophenjahr 2018“ habe sich die Branche wieder etwas erholt, hinke aber bundesweit noch rund zehn Prozent hinter den Besucherzahlen von 2017 her. Hemsbach und Weinheim stünden da im Vergleich besser da, freut sich Speiser über die Treue der hiesigen Kinofans, die Modernes Theater und Brennessel zunehmend als „Einheit“ wahrnehmen würden. Zusammen konnten die beiden Kinos sogar die 100 000-Besucher-Schallmauer durchbrechen: 72 000 waren es in Weinheim, 30 000 in Hemsbach.

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Bei der Brennessel stehen aktuell die nächsten Veränderungen an. Seit vergangener Woche gehört das ehemalige Brautmodengeschäft, das über einen direkten Zugang zum Kino verfügt, ebenfalls zur Brennessel. Ab dem Sommer möchte Speiser dort einen kleinen, dritten Kinosaal einrichten. Doch zunächst will Speiser das Ladengeschäft als Erweiterung des Kinofoyers nutzen, um bei Sonderveranstaltungen mehr Platz zu haben. Erstmals wird das am Donnerstag, 9. Januar, der Fall sein, wenn die neue Kinoreihe „In memoriam“ startet. Gezeigt wird dann die italienische Komödie „Brot und Tulpen“, um das Schaffen des 2019 verstorbenen Ausnahmeschauspielers Bruno Ganz zu würdigen. Einlass ist ab 19 Uhr, Filmbeginn um 20.30 Uhr. Passend zum Film bietet die Brennessel ein italienisches Büfett und italienische Livemusik an.