Urteil

Mit Vorsicht sanieren

Entstehen Schäden am Nachbarhaus, haftet man dafür

Von 
dpa
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Oldenburg/Berlin. Bei Sanierungsarbeiten am eigenen Haus sollte man umsichtig vorgehen. Entsteht dabei ein Schaden am Nachbarhaus, kann man sich schadenersatzpflichtig machen. Geschädigte können sogar fiktiv abrechnen – also den Schaden selbst beheben, aber dennoch die Kosten geltend machen, die eine Fachfirma veranschlagen würde. Auf die Entscheidung des Oberlandesgerichts Oldenburg (Az.: 6 U 328/21) weist das Rechtsportal „anwaltauskunft.de“ hin.

In dem Fall hatten der Beklagte und seine Geschwister das Elternhaus sanieren lassen. Dabei wurde Wasser aus dem Keller nach draußen gepumpt. Der Beklagte war überzeugt, das Wasser würde auf seinem Grundstück versickern, eine Ableitung zur Kanalisation nahm er nicht vor. Doch entgegen der Erwartung floss das Wasser zum Nachbarhaus und gelangte dort über einen Lichtschacht in den Keller, wo es Wände und Fußboden durchnässte.

Der Nachbar verlangte 6700 Euro Schadenersatz – den Betrag, den eine Fachfirma zur Behebung des Schadens in Rechnung gestellt hätte. Das Landgericht Osnabrück sprach ihm in der Vorinstanz die Hälfte der Summe zu: Die Abläufe des Lichtschachts seien unzureichend gewesen. Zudem habe er den Schaden selbst behoben, weshalb er nicht den gesamten Betrag geltend machen könne.

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Vor dem Oberlandesgericht Oldenburg setzte der Nachbar seine Ansprüche voll durch. Die Richterurteilten, dass ihm kein Vorwurf zu machen sei. Auch könne der Kläger die fiktiven Kosten einer Fachfirma verlangen. Schädiger sollten nicht davon profitieren, wenn Geschädigte einen Schaden selbst beseitigten, so das Gericht. dpa

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