Ernährung - Viele Getreidesorten zeichnen sich dadurch aus, dass sie Gluten enthalten / Immer mehr Menschen leiden unter einer Gluten-Unverträglichkeit Zöliakie bedeutet nicht verzichten, sondern ersetzten

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Während der vergangenen Wochen standen auf den heimischen Wohnzimmertischen leckere, selbst gebackene Plätzchen. Doch nicht jeder Bundesbürger kann hier mit Genuss beherzt zugreifen. Leidet man unter einer Glutenunverträglichkeit, bekommt man von dem darin enthaltenen Mehl unter anderem Blähungen oder Bauchschmerzen. Aber auch Kopfschmerzen oder Müdigkeit sind Symptome, die für eine Zöliakie, so der Fachbegriff, sprechen können.

Bei glutenfreien Produkten dürfen Betroffene zugreifen. © Rhein

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„Gluten“ wird aus dem Lateinischen mit „Leim“ abgeleitet. Das sogenannte Klebereiweiß ist in vielen Getreidearten – etwa Weizen oder Roggen – aber auch in Seitan vorhanden und ist mittlerweile umstritten, denn immer mehr Menschen leiden unter einer Unverträglichkeit. Doch woher kommt die wachsende Zahl der Betroffenen? Essen wir etwa mehr Lebensmittel mit höherem Glutengehalt? In einer Studie der Technischen Universität München wurde dies widerlegt, denn bei der Untersuchung von nahezu 60 Weizensorten im Zeitraum von weit über 100 Jahren stellte man fest, dass neue, moderne Weizensorten sogar weniger Klebereiweiß enthalten.

Ausschlaggebend für höhere Glutenwerte sind zum einen die etwas andere Zusammensetzung und zum anderen einfließende Umweltbedingungen. Denn Forscher fanden heraus, dass die Niederschlagsmenge auf den Feldern den Glutengehalt der Weizen beeinflusst.

Gänzlich auf Weizenprodukte zu verzichten, ist nicht einfach. Denn handelsübliche Teig- und Backwaren, aber auch Nudeln, Gebäck und Brot sowie Fertiggerichte enthalten Gluten. Beim Einkauf sollte man daher im Falle einer Glutenunverträglichkeit eher zu Reis und Kartoffeln greifen und zum Backen Buchweizen oder glutenfreies Mehl in den Warenkorb legen. Produkte wie Früchte, Gemüse, Eier und nicht panierter, frischer Fisch enthalten kein Klebereiweiß, hier kann bedenkenlos zugegriffen werden.

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Glutenfreie Spaghetti beinhalten meist die Zutaten gelbes und weißes Maismehl sowie Reis, im Gegenzug beinhalten herkömmliche Spaghetti Weizen, also glutenhaltiges Getreide. Einen Unterschied merkt man zudem im Preis, beim Kauf der glutenfreien Produkte zahlt man deutlich mehr. Während 1000 Gramm glutenfreie Barilla Spaghetti gut 6,70 Euro kosten, bekommt man Barilla Hartweizengrießspaghetti bereits für 2,20 Euro. Doch bei einer Unverträglichkeit darf der Preis keine Rolle spielen, denn durch die Unverträglichkeit wird der Darm angegriffen und kann wichtige Inhaltsstoffe aus Nahrungsmitteln nicht richtig aufnehmen.

Weiter Informationen können auf der Webseite der Apothekenumschau https://www.apotheken-umschau.de/Ernaehrung/Zoeliakie--Gefaehrliche-Kruemel-554569.htm nachgelesen werden. Alexander Rhein