Corona II - Die BAnane hat mit Dominik Rudolf, PR-Manager der GGEW, über die Beobachtungen der vergangenen Wochen gesprochen / Strom, Gas und Wasser Witterung beeinflusst Verbrauch mehr als Corona

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Die Grafik zeigt einen „normalen“ Werktag verglichen mit Montag, 22. April: Die Mittagsspitze ist höher. © GGEW

Prognosen zufolge könnte Deutschland wegen der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus seine Klimaziele für 2020 noch erreichen. Durch stillstehende Fabriken, leere Flughäfen und weniger Pendlerverkehr hat sich der CO2-Ausstoß drastisch verringert. Das kam allerdings daher, dass viele von uns die vergangenen Wochen meist zu Hause verbracht haben. Ob und wie sich das auf den Strom-, Gas- und Wasserverbrauch ausgewirkt hat, hat die BAnane Dominik Rudolf, PR-Manager bei der GGEW, gefragt.

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Gibt es durch das Coronavirus einen spürbaren Unterschied beim Strom-, Gas- und Wasserverbrauch?

Dominik Rudolf: Exakte Daten zum Verbrauch können wir zu diesem Zeitpunkt nicht nennen, da diese immer erst bei den Ablesungen zum Jahresende ermittelt werden. Aber natürlich haben wir das Thema im Blick und können die Verbräuche analysieren. Generell gibt es durch die Auswirkungen der Coronakrise erkennbare Veränderungen in den Verbrauchsmustern, aber keine großen Ausreißer und keine nennenswerten Veränderungen in der Gesamtmenge bei Wasser, Gas und den Stromtarifkunden. Als Tarifkunden werden Privathaushalte und kleinere Geschäfte/Betriebe bezeichnet (

Lässt sich denn am Verbrauch erkennen, ob die Menschen unter der Woche später aufgestanden sind?

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Rudolf: Ja, aber eine Veränderung der Verbrauchsmenge in den beschrieben Bereichen insgesamt ist derzeit nicht erkennbar. Die Witterung hat diesbezüglich einen größeren Einfluss. Wenn man sich die Tagesverlaufsdaten vom April 2020 bei den Stromtarifkunden anschaut, erkennt man, dass der morgendliche Stromverbrauch später anläuft, also nicht ab etwa 6 Uhr, sondern eher ab etwa 7 bis 8 Uhr. Auch ist der Verbrauch mittags höher, dies könnte darauf hindeuten, dass zu dieser Zeit mehr daheim gekocht wird. Generell kann man den Verbrauch so interpretieren, dass einerseits aufgrund von Homeoffice und Homeschooling mehr Menschen von daheim aus arbeiten und lernen und andererseits Geschäfte geschlossen sind beziehungsweise waren. Das Gleiche zeigt sich beim Wasser: Die morgendliche Verbrauchsspitze zwischen circa 6.30 und 8.30 Uhr ist ähnlich den Wochenenden „flacher“ und bewegt sich eher zwischen 8 und 10 Uhr.

Es bleibt also festzuhalten, dass sich der Verbrauch bei privaten Haushalten sowie kleinen Geschäften und Betrieben im April insgesamt primär verschoben hat, in der Menge jedoch keine nennenswerten Unterschiede erkennbar sind. Über die Versorgungssicherheit müsse man sich übrigens wegen der Coronakrise keine Gedanken machen. Die Netze seien stabil, die Versorgungssicherheit gewährleistet, so Rudolf. Marvin Zubrod