Corona I - BAnane-Redakteurin Anna-Lena war als Begleitperson bei einer Corona-Impfung dabei Von der Anmeldung bis zum Pieks

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Markierungen auf dem Boden dienen dem sicheren Aufenthalt im Bensheimer Impfzentrum © Geiß

Ende Dezember vergangenen Jahres liefen die Impfungen gegen Corona in Deutschland an. Mit den vorhandenen Impfdosen, die gerade noch knapp zur Verfügung stehen, gilt es, erst mal ältere Menschen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen zu schützen. Sie gehören deshalb in die Prioritätsgruppe eins und haben Vorrang.

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Die Lebensgefährtin von meinem Opa gehört durch ihre 82 Jahre dieser Gruppe an und erhielt Ende März ihre erste Corona-Schutzimpfung im Bensheimer Impfzentrum, zu der ich sie begleitet habe. Nach anfänglichen Problemen bei der Terminregistrierung über das Internet und die Hotline (116 117) haben wir dann doch nach einigen Wochen eine Impfeinladung per Post erhalten. Mittlerweile hat das Land Hessen bei der Terminregistrierung nachgebessert.

Gute Organisation im Impfzentrum

Der Ablauf im Impfzentrum war dagegen gut organisiert und ging reibungslos vorüber. So gibt es mehrere Impfstraßen, Warteräume und der eigentliche Pieks dauert nur wenige Sekunden. Die Lebensgefährtin von meinem Opa bekam das Vakzin von Biontench gespritzt und fühlte sich am nächsten Tag fit. Sie verspürte keine Nebenwirkungen und freut sich nun auf ihre zweite Impfung am 18 April. Bis der volle Impfschutz gegeben ist, dauert es 16 Tage – so lange breitet sich der Impfstoff im Körper aus.

Schnelle Entwicklung

Innerhalb eines Jahres wurden mehrere wirksame Vakzine gegen das Coronavirus hergestellt. Diese schnelle Entwicklung ist nicht selbstverständlich: Bis ein Impfstoff zugelassen wird, muss er sich vielen Tests unterziehen, deshalb kann es auch schon mal Jahre dauern, bis ein passender Impfstoff gegen eine Krankheit gefunden wird. Der erste von der Europäischen Union zugelassene Impfstoff gegen das Virus war das Vakzin des Mainzer Unternehmens Biontench. Er darf bereits zu Impfenden ab einem Alter von 16 Jahren gespritzt werden.

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Verschiedene Prioritätsgruppen

Mittlerweile haben wir aber noch weitere Vakzine auf dem Markt. So werden die Impfdosen von Biontench und Moderna ebenso wie das Mittel von Astra-Zeneca verimpft.

Zur zweiten Gruppe der zu Impfenden gehören beispielsweise Ärzte, Polizisten, Lehrer und Erzieher. Alles Berufsgruppen, die viele Kontakte mit anderen haben. Alle anderen Menschen müssen sich noch etwas gedulden. Der Impfstoff von Johnson & Johnson erhielt kürzlich die Zulassung und wird ab Ende April in Deutschland verimpft werden dürfen. Landrat Christian Engelhardt geht davon aus, dass im Kreis Bergstraße im August alle Bergsträßer gegen das Virus geimpft sind. In Deutschland haben Stand 28. März über 8 Millionen Menschen ihre Erstimpfung gegen das Coronavirus erhalten haben bis dahin rund 3,8 Millionen. Im Vergleich zu anderen Ländern wie Israel oder dem Vereinigten Königreich wird Deutschland im Impfmarathon abgehängt. Was meiner Meinung nach hauptsächlich daran liegt, dass am Anfang zu wenig Impfdosen geordert wurden und zu viel abgegeben wurde. Dazu kamen versprochene Impfdosen verspätet und in geringeren Mengen an. Außerdem ist der Weg zur Impfung sehr bürokratisch. Die Hauptarbeit lastet auf den Impfzentren. Um hier Entlastung zu schaffen, hätte man die Hausärzte früher in die Impfstrategie mit einbeziehen müssen, finde ich. Was die Sache nicht besser gemacht hat, war das Wirrwarr rund um das Vakzin von Astra-Zeneca. das viele Menschen verunsichert hat und dies auch weiterhin tut. Um das Virus besiegen zu können, müssten 70 Prozent der Bevölkerung immun sein, so die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

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Die Impfeuphorie, die anfangs durch unser Land geschwappt ist, ist längst verflogen und damit leider bei einigen auch das Vertrauen. Beides gilt es, jetzt zurückzuholen und so sollte in den nächsten Wochen die Devise lauten: „Impfen, impfen, impfen.“ Den jede Impfung kann Leben retten und so könnte das Licht am Ende des Tunnels wieder heller werden. Anna-Lena Geiß

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