Interview II - Tim Schmöker, Leiter der Gymnasialen Oberstufe der Geschwister-Scholl-Schule, steht der BAnane Rede und Antwort Unter verschärften Bedingungen zum Schulabschluss

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Die Abschlussprüfungen werden dieses Jahr Schüler und Lehrer vor neue Herausforderungen stellen. © Mautry

Das Corona-Virus sorgt bei vielen Schülern für Verwirrung. Gerade die Abschlussjahrgänge machen sich Sorgen um ihre Abschlussprüfung. Der Leiter der gymnasialen Oberstufe der Geschwister-Scholl-Schule (GSS) Bensheim, Tim Schmöker (Bild: Mautry), erklärt, was sich bisher an der GSS geändert hat und was sich bezüglich der Abschlussprüfungen verändern wird.

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Was wird beim diesjährigen Abitur anders sein?

Tim Schmöker: Zunächst einmal finden die drei schriftlichen Abiturprüfungen erst nach den Osterferien statt, die Kursphase wird bereits davor beendet. In der Zeit vor den Osterferien können Inhalte wiederholt und vertieft werden. Nach den Abiturklausuren findet kein Unterricht und daher auch keine normalen Klausuren mehr statt. Zudem erhalten die Schulen vom Kultusministerium für das Abitur mehr Aufgabenvorschläge, sodass die Lehrer einen Vorschlag aussortieren können, der ihnen als unpassend erscheint. Die Schüler selbst haben dann dieselbe Auswahl wie gewohnt. Dies halte ich für sehr sinnvoll.

Für die mündlichen Prüfungen gibt es Einschränkungen in den Fächern Sport und Darstellendes Spiel. Hier gibt es keine Gruppen-, sondern nur Einzelprüfungen. Die Termine für die mündlichen Prüfungen liegen später als üblich, sodass die Schüler auch ihr Zeugnis etwa zwei Wochen später bekommen.

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In der konkreten Durchführung der Prüfungen werden die Hygieneregeln genau eingehalten, sodass mehr Räume und Lehrkräfte benötigt werden, wodurch gegebenenfalls andere Klassen tageweise zu Hause bleiben müssen.

Inwiefern wird sich das Abitur 2021 von dem des Vorjahres, in dem Corona auch eine Rolle spielte, unterscheiden?

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Schmöker: Zwar liefen die Prüfungen und die Zeugnisfeier des Abiturjahrgangs 2020 unter Corona-Bedingungen ab, aber der Unterricht davor und somit die Vorbereitung auf die Prüfung war nicht betroffen. Dies ist nun anders: Etwa zwei Drittel des prüfungsrelevanten Stoffes wurden unter Pandemiebedingungen behandelt, was deutlich mehr Selbstständigkeit seitens der Schüler benötigte. Allein aus diesen Gründen wird dies ein ganz besonderes Abitur.

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Wie kommen die neuen Corona-Regelungen an der Geschwister-Scholl-Schule an und wie werden sie umgesetzt?

Schmöker: Die Regeln kommen – wie in jeder Behörde – in Form von Verordnungen und Erlassen auf dem Dienstweg an unserer Schule an. Diese schaue ich mir bei den Oberstufenregelungen zuerst an und ziehe dann Herrn Stricker, unseren Schulleiter, hinzu. Anschließend beraten wir uns mit anderen Kollegen und planen die Umsetzung. Diese teilen wir dann unseren Schülern direkt über die schulischen E-Mail-Adressen mit.

Inhaltlich halte ich persönlich nicht jede einzelne Regelung für optimal. Es ist beispielsweise kein Geheimnis, dass wir den Wechselunterricht der Abschlussklassen auch gerne nach den Weihnachtsferien fortgeführt hätten. Wir wissen aber, dass die Menschen, die diese Entscheidungen treffen, gute Gründe haben, diese so zu treffen. Umgesetzt werden diese bei uns in jedem Fall.

Denken Sie, dass es noch weitere Änderungen des Abiturs 2021 geben wird?

Schmöker: Damit müssen wir jederzeit rechnen. Die Pandemiesituation ist sehr dynamisch. Die aktuellen Maßnahmen scheinen zu wirken, da die Infektionszahlen aktuell deutlich sinken. Die Sorgen vor den verschiedenen Virus-Mutationen halte ich allerdings für berechtigt. Je nach Erkenntnislage müssen die politisch Verantwortlichen in Berlin, Wiesbaden und Heppenheim Entscheidungen für uns treffen und dabei stets verschiedene Rechtsgüter abwägen – den Gesundheitsschutz vor allem für die Schwachen in unserem Land auf der eine Seite, auf der anderen aber beispielsweise auch das Interesse der Schüler an einem vollwertigen Abitur.

Sollte es noch weitere Änderungen beim Abitur 2021 geben, dann werden wir diese wieder in bewährter Form umsetzen und die Schüler wie immer so schnell wie möglich informieren. Diese sollten also jeden Tag ihr schulisches Mail-Postfach im Auge behalten, da sicherlich noch weitere Mails folgen werden. Marco Mautry