„Sieben Wochen mit“

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Vor einem Jahr war „Corona“ ein Wort, das wir nur selten in unseren Sprachgebrauch integriert haben. Ging es dabei doch um ein mexikanisches Bier, Zigarettenrauch, den Sonnenkranz oder um einen Toyota, der 1957 erstmals auf dem Markt war. Alles nicht unbedingt Themen, die Jugendliche interessierten. Darum feierten wir vor einem Jahr, als in Wuhan und der Welt die ersten Spekulationen begannen, Fastnacht wie eh und je. Partys, Umzüge, das Abschneiden von Krawatten – alles Gelegenheiten, bei denen man sich näher kam, ohne Angst vor Aerosolen zu bekommen. Heute, am Rosenmontag, sind wir – ein Jahr, viele Genesungen, noch mehr Erkrankungen und zahlreiche dunkle Stunden weiter – angekommen in einer neuen Welt der Shutdowns, der Ausgangssperren und der OP-Masken. „Maske“ ist genau so ein Wort, das wir vor einem Jahr noch mit Fastnacht, Venedig oder dem Theater in Verbindung gebracht haben, nicht aber mit dem Mund-Nasen-Schutz, der uns inzwischen so lange und so intensiv begleitet. Stell Dir vor, es ist Fastnacht – und keiner geht hin. Stell Dir vor, es ist Fastenzeit – und keiner macht mit, weil alle eh schon viel entbehren müssen. „Sieben Wochen ohne“ klingt in Anbetracht der wochenlangen Schließungen und Lockdowns nach nichts, was wir nicht stemmen könnten. Wie wäre es darum mit „Sieben Wochen mit“? Sieben Wochen mit mehr Telefonaten mit Oma und Opa. Sieben Wochen mit vielen Freunden – über Videoanruf. Sieben Wochen mit mehr Bewusstsein für meinen eigenen Körper. Sieben Wochen mit mehr Lebensfreude trotz aller Entbehrungen und Ängste, die wir zurzeit durchstehen. Bis neulich, Eure BAte