Politik - Am 5. Mai 1951 wurde die Vorgängergemeinschaft der Europäischen Union gegründet / Die BAnane hat sich über die Ursprünge und Pläne informiert

Sieben Jahrzehnte für gemeinsame Ziele

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BAnane-Redakteurin Lena hat Vorteile der Europäischen Union für ihre Mitgliedsstaaten in einem Bild veranschaulicht. © Holtmann

Am Mittwoch, den 5. Mai, feiert die Europäische Union (EU) ihren 70. Geburtstag. Dieser Tag erinnert an die Gründung der EU und die Garantie von über 70 Jahren Frieden. Dafür wurde sie bereits 2012 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. EU-Themen sorgen immer wieder für Gesprächsstoff, auch unter uns Jugendlichen – zuletzt die Einführung des EU-Impfpasses (siehe unten). Diese beiden Ereignisse hat sich die BAnane zum Anlass genommen, sich über die Ursprünge und Pläne der EU zu informieren.

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Zusammen Konflikte verhindern

1951 bildeten zunächst sechs Staaten – Deutschland, Frankreich, Italien und die Beneluxstaaten – die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, auch EWG genannt, wie man auf der offiziellen EU-Website nachlesen kann. Das Ziel dieser war zunächst, in Zukunft Konflikte zu verhindern, durch den Markt das Wirtschaftswachstum zu beschleunigen und den Wohlstand der Bürger zu steigern. In den darauffolgenden Jahrzehnten wuchs die EWG, bis 1992 durch den Vertrag von Maastricht die Europäische Union gegründet wurde. Die Mitgliedsstaaten müssen demokratische Standards einhalten. Wenn dies nicht der Fall ist, darf ein Land nicht eintreten. Eine Ausnahme wäre, wenn sie zuvor einen Reformprozess durchleben. Die Menschenrechte zählen zu den wichtigsten Standards einer Demokratie.

Zurzeit bereiten sich die Kandidatenländer Albanien, Montenegro, Serbien, die Türkei und die Republik Nordmazedonien auf einen Beitritt vor. Potenzielle weitere Beitrittskandidaten sind zurzeit Bosnien und Herzegowina und der Kosovo. Aktuell spielt der Brexit, also der Austritt Großbritanniens aus der EU, noch eine große Rolle.

Gewählt wird wieder in drei Jahren

Zurzeit gehören 27 Mitgliedsstaaten der EU an, und von diesen bilden 19 eine Wirtschafts- und Währungsunion. Die Mitgliedsstaaten umfassen insgesamt ungefähr 450 Millionen Einwohner. Die verbreitetsten Sprachen sind Englisch, Deutsch und Französisch. Durch die EU hat jeder Bürger die Möglichkeit, in jedem Mitgliedsland zu leben und zu arbeiten, wo er möchte. Die einzelnen Organe bilden der Europäische Rat, der Rat der Europäischen Union, das Europäische Parlament, der Europäische Gerichtshof und die Europäische Kommission. Das Europäische Parlament repräsentiert die Unionsbürger. Die nächste Europaparlamentswahl findet 2024 statt. Im Jahr 2014 war die niedrige Wahlbeteiligung der Bürger ein großes Problem. Bereits 2019 verbesserte sich dieser Zustand jedoch sehr stark. Deutschland selbst stellt hierbei nur ein Prozent der Weltbevölkerung dar, und durch die Europäische Union wird die Stimme der EU-Bürger lauter und stärker.

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Unionsbürger haben auch Vorteile, wie auf der Website nachzulesen ist. Die EU gewährleistet dauerhaft Frieden, indem sie zwischenstaatliche Konflikte vermeidet. Der europäische Binnenmarkt bildet den global stärksten Wirtschaftsraum und die Grundlage der Wirtschaftslage und Arbeitsplätze in Deutschland. Für ein stark exportorientiertes Land wie die Bundesrepublik stellt dies einen großen Vorteil dar. Somit erhöht laut der Bertelsmann Stiftung der EU-Binnenmarkt das Pro-Kopf-Einkommen der Deutschen um circa 1000 Euro jährlich. Der Euro erleichtert Handelsaktivitäten zwischen den Mitgliedsstaaten, Umtauschgebühren entfallen und Verbraucher können Preise europaweit vergleichen. In Sachen Umweltpolitik hat die EU sich große Ziele gesetzt, wie die Verringerung des CO2-Ausstoßes, Abfallpolitik, Klimaschutz sowie der Natur- und Artenschutz. Außerdem garantiert die EU Normen für den Gesundheitsschutz. Auch im Bereich Ernährung bietet die EU sichere Lebensmittel und Verbraucherschutzrechte. Lena Holtmann