Mein Digitag

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Mein Digitag – also mein digitaler Tag – beginnt morgens, wenn der Wecker meines Smartphones mich aus dem Schlaf reißt. Vorher hat die Radio-App schon versucht, mich mit sanften Klängen wachzukriegen, aber das funktioniert nur selten. Noch im Bett wird nachgesehen, welche meiner Freundinnen mir schon eine Nachricht geschrieben hat. Ein Blick in die Wetter-App hilft mir bei der Auswahl meiner Kleider. Allerdings nicht für die Schule, sondern für den Distanzunterricht. Aber auch vor dem Bildschirm des Computers will ich schließlich gut aussehen und ich bilde mir auch ein, dass ich in normalen Klamotten besser lerne als in Sporthosen. Outfit an, Kamera an, Mikro aus wegen der Störgeräusche und los geht der digitale Unterricht. Nebenher schreiben wir natürlich hin und wieder im Messenger, sind sozusagen doppelt digital unterwegs. Nach der Schule ein bisschen Fleißarbeit mithilfe von Lern-Apps – meine guten Noten soll die Pandemie schließlich nicht gefährden. Am Nachmittag gönne ich mir einen wilden Mix aus Applikationen und Streaming-Portalen, Fitness-Uhren und E-Book-Readern. Am Abend trifft sich meine digitale Sportgruppe. Alle schwitzen für sich in den eigenen vier Wänden, aber gemeinsame Liegestützen sind besser als einsame Liegestützen oder als keine Liegestützen, weil die Motivation fehlt. Danach wird ein schnelles Rezept gegoogelt, denn die Anstrengung macht hungriger, als ich gedacht habe. Das Essen war so gut, dass ich aus dem Bett noch einen Videoanruf mit meiner besten Freundin starte, um ihr davon zu erzählen. Und wieder geht ein Digitag zu Ende. Bis neulich, Eure BAte

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