Doha - Hitze macht den Athleten zu schaffen / Wettkämpfe vor fast leeren Rängen ausgetragen Leichtathletik-WM in der Kritik

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Kameras in einem Startblock: Sie sollen den Moment vor dem Start einfangen, stoßen aber bei den Athleten auf Ablehnung. © Michael Kappeler/dpa

In den vergangenen Wochen fand die Leichtathletik Weltmeisterschaft in Doha, Katar, statt. In der Zeit vom 27. September bis zum 6. Oktober trugen Athleten aus aller Welt dort Wettkämpfe in den verschiedensten Disziplinen der Leichtathletik aus. Eigentlich sollte die Weltmeisterschaft ein fröhliches Sportfest der Extraklasse werden, doch die Besucherränge im Stadion von Katars Hauptstadt blieben oft nur überschaubar besetzt und auch die Zuschauer vor dem Fernseher konnten nur mit dem Kopf schütteln.

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Grund für diese weltweite Fassungslosigkeit waren die Skandale, die einen Schatten über Doha warfen. Schon bei der Vergabe der Leichtathletik Weltmeisterschaft nach Katar ging nicht alles mit rechten Dingen zu. So soll das katarische Komitee bei der Wettbewerbsvergabe bevorzugt worden sein.

Verletzung der Menschenrechte

Auch weiterhin sollte das alle zwei Jahre stattfindende Sporthighlight nicht unter einem guten Stern stehen. Die Kritik über die Verletzung von Menschenrechten, die klimatischen Bedingungen und die Kameras in den Startblöcken war in den Medien der ganzen Welt zu sehen und rückte vor allem die Veranstalter in ein schlechtes Licht.

Die Bauarbeiter, die die benötigten Anlagen in den vergangenen Jahren errichtet haben, seien wie Sklaven gehalten und nicht ausreichend bezahlt worden. Die Arbeitsbedingungen seien katastrophal gewesen und habe einige der Gastarbeiter aus Ländern, wie Indien oder Nepal, das Leben gekostet.

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Des Weiteren stellten die klimatischen Bedingungen eine Herausforderung für die Athleten dar. Das Stadion wurde mit hohem Energieaufwand auf, für Sportler angenehme 25˚ Celsius, abgekühlt und der enorme Wechsel der Temperaturen im Außen- und Stadionbereich stellte die Athleten vor die Herausforderung, Erkrankungen zu vermeiden. Aufgrund der heißen Temperaturen mussten Wettkämpfe außerhalb des Stadions, wie zum Beispiel Marathonläufe in der Nacht ausgetragen werden. Die Athleten beschwerten sich dennoch, da es auch zu diesen außergewöhnlichen Zeiten noch sehr heiß war. Auf das gesundheitliche Wohl der Teilnehmer sei nicht geachtet worden. Oft erreichten nur etwa die Hälfte der zu Beginn des Wettkampfs gestarteten Sportler das Ziel, da einige aufgrund der Extrembedingungen frühzeitig abbrechen oder sich in medizinische Behandlung begeben mussten.

Neue Kameras empören Sportler

Zusätzlich sorgte eine Neuerung für Aufsehen. In den Startblöcken des 100 Meter Sprints sowie des Hürdenlaufs waren sogenannte „upper cameras“ – Startblock-Kameras – installiert. Diese sollten die Läufer im Moment vor dem Start zeigen und somit den intensiven Augenblick vor Beginn des Rennens festhalten. Viele Sportler beschwerten sich allerdings über diese neue Technologie, die ihnen direkt zwischen die Beine filmte. Auch die Länge des Startblocks hatte sich durch die zusätzlich eingebaute Kamera verändert und für bei Starten, wie beispielsweise Sprinterin Gina Lückenkemper, für Irritation gesorgt.

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Alles in allem präsentierte sich Katar nicht besonders gut als Veranstaltungsland der Leichtathletik Weltmeisterschaft 2019. Auch die Fußballweltmeisterschaft 2022 soll dort ausgetragen werden. Die Welt richtet ihre Augen mit Skepsis auf das kommende Fußball-Spektakel, dass Sportlern und Zuschauern dann hoffentlich positiver in Erinnerung bleiben wird. Mia Eck