Jede*n ansprechen und den Wandel vorantreiben

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Seit dem 19. Jahrhundert kämpfen Frauen für Gleichberechtigung in Beruf, Alltag und Familienleben. Viele Erfolge konnten sie bisher erzielen, bei denen es darum ging, mit den Männern gleichgestellt zu werden. Bis heute gibt es allerdings noch einige Bereiche im alltäglichen Leben, bei denen Frauen immer noch schlechter behandelt werden als Männer. So verdienen sie für die gleiche Tätigkeit meist weniger Geld.

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Auch in der Sprache findet eine Bevorzugung des Mannes statt. Deshalb fordern die meisten Frauen und auch viele Männer, dass man in der Sprache selbst gendert. Das hätte prinzipiell nur Vorteile: Es würden sich alle Menschen direkt angesprochen fühlen und Frauen sowie Männer wären in der Sprache beziehungsweise Schrift gleichberechtigt. Das wäre ein sehr großer Schritt für den Feminismus und die Emanzipation.

Wichtig ist es, dass dieses Thema besprochen wird, da es aktuell noch keine feste Regelung zum Gendern gibt. Dies sorgt oft für Verwirrung, welche dafür sorgt, dass noch einige Menschen das Gendern ablehnen, da es ihnen als zu aufwendig oder nicht nötig erscheint. Viele betiteln das Gendern auch als überspitzt und nicht nötig für das gemeinsame Leben, da man noch nie gegendert hat und dies nun nicht notwendig sei. Streng genommen wird aber in so gut wie allen Gesetzesentwürfe nur das maskuline Geschlecht angesprochen. Dies war und ist in Deutschland kein Problem. Nutzt man stattdessen aber nur die weibliche Form, ist dies problematisch.

Keines der vielen Geschlechter sollte bevorzugt oder benachteiligt werden. Und eine vollständige Gleichstellung existiert nur, wenn man auch in der Sprache mit dieser arbeitet und darin darlegt. Statt „Schüler“ kann man aber auch anstatt von „Schüler*innen“ oder „SuS“ auch einfach „die Schülerschaft“ schreiben. Somit beschreibt man die Gesamtheit der Schülerinnen und Schüler. Es gibt so viele Wege zu gendern, dass niemand sagen kann, dass es ihm oder ihr zu kompliziert oder lang sei. Marco Mautry