Corona und Sport - BAnane-Redakteur Marco hat sich bei Sportvereinen an der Bergstraße umgehört, wie die aktuelle Situation für sie ist

In der Krise wird zur Not online trainiert

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(Bilder: Mautry)
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Das Vereinsleben, vor allem in Sportvereinen, ist für viele Menschen Hauptbestandteil ihres festen Alltags. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen hat sich dies leider geändert. Wie es den Vereinen an der Bergstraße mit der aktuellen Situation geht, haben sie im BAnane-Gespräch berichtet.

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FSG Bensheim: Die FSG Bensheim leidet wie alle Sportvereine unter der Corona-Pandemie, insbesondere die über 220 Kinder und Jugendlichen. Der Verein ermöglichte während der gesamten Pandemie, sofern erlaubt, unter den geltenden Hygienevorschriften Training anzubieten, was sehr gut angenommen wurde. „Wir haben aber auch Verständnis dafür, dass einige Eltern ihre Kinder nicht zum Training schicken möchten“, heißt es vonseiten des Vereins. „Ergänzt wurde das Angebot durch Online-Training, verschiedene Aufgaben und regelmäßiger Austausch über unsere Whats-App Gruppen, Verteilen von Weihnachtsgeschenken sowie die Nutzung unserer FuPer-Vereinslizenz, einer neuen Trainings-App für Kinder im Alter von acht bis 15 Jahren. Ein großer Dank geht an unsere 34 Trainer und Betreuer, die stets aktiv waren und den Kontakt zur Mannschaft gesucht haben.“

SSG Bensheim: Die SSG Bensheim leidet durch das ausfallende Training und das fehlende gesellschaftliche Miteinander, welches im Breitensport zentral ist. Die wechselnden Regelungen sorgen auf der Verwaltungsebene für Aufwand und Unsicherheit, ob rechtssichere Angebote gemacht werden können. Virtuelle Trainingsangebote verlieren mit der Zeit an Attraktivität und die Bewegung fehlt vielen. Glücklicherweise verzeichnet die SSG nur wenige Austritte.

SFG Bensheim: Die Pandemie verursacht beim Segelflugverein finanzielle Einbußen: leichte Mitgliederfluktuation, weniger Neueintritte, fehlende Einnahmen durch das geschlossene Clubheim und ausgefallene Feste, gleichzeitig steigende Ausgaben für umfangreiche Hygienemaßnahmen. Dazu kommt die Angst vor einem längeren Shutdown: Piloten müssen eine Mindestzahl an Flügen und regelmäßige Überprüfungen innerhalb von gesetzlichen Fristen absolvieren, sonst wird ihre Lizenz ungültig. Gleiches gilt für das Fluggerät.

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Schnelltests, Desinfektion, Maskenpflicht – am Flugplatz ist das für alle Routine. Segelflugsport gilt zwar als „kontaktarmer Individualsport im Freien“, aber sobald sie das Cockpit verlassen, sind die Segelflieger normalerweise ein sehr geselliges Volk, wie es von Seiten der Verantwortlichen heißt. Das aktive Vereinsleben, der Austausch, die Feste mit Jung und Alt, die fehlen seit Beginn der Pandemie besonders.

TKD Bergstraße: Sportvereine sind ja nicht nur Trainingsort, sondern auch sozialer Anlaufpunkt, Beratungsstelle und vieles mehr. Aber jede Krise ist auch der Anfang einer Chance zur Veränderung. Unter dem Motto „Häng nicht rum, mach was draus“ hat der TKD Bergstraße bereits kurz nach dem ersten Lockdown ein umfangreiches Online-Trainingsangebot zusammengestellt, was gut ankam. Dazu kamen Gürtelprüfungen, Turniere, Mitgliederversammlungen, Feiern in digitaler Form und ein Hygienekonzept für den Trainingsbetrieb. „Wir danken unseren Mitgliedern für Ihre Solidarität, Mithilfe und Treue in dieser schwierigen Zeit“, sagen die Verantwortlichen.

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TSV Auerbach: In allen Vereinen ist die Situation aktuell schwierig. Die fehlende Bewegung macht sicherlich allen Altersgruppen zu schaffen. Schließlich erhöht Sport das Wohlbefinden. Ebenso schwierig sind die fehlenden sozialen Kontakte. Es ist kaum abzuschätzen, welche langfristigen Folgen die aktuelle Situation hat. Viele sind durch die Einschränkungen demotiviert und es fehlen Anreize fürs Training durch den ausbleibenden Wettbewerb. Die ursprünglichen Leistungszustände wiederherzustellen, wird Zeit brauchen, und viele werden sich aufgrund der geschwächten Muskulatur verletzen. Wenn es also wieder losgehen kann, muss alles behutsam anlaufen. Marco Mautry (Bilder: Mautry)

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