Gendern verhindert eine Augenhöhe herzustellen

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„I have a dream“: Ich träume von einer Gesellschaft, in der mein Geschlecht keine Rolle spielt. Lange Zeit bin ich davon ausgegangen, dass wir fast an diesem Ziel angekommen sind und nur noch kleine Etappen errungen werden müssten. Doch dann veröffentlichte der Duden eine Anleitung zum Gendern und machte auf diese Weise Sexismus wieder salonfähig. Denn gendern bedeutet nichts anderes, als uns Frauen jedes Mal aufs Neue zu zeigen, dass unsere biologisch gegebenen Brüste in der Gesellschaft noch immer eine größere Rolle spielen als unsere harterarbeiteten Zeugnisse.

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Wir haben dafür gekämpft, den Platz in der Küche zu verlassen und uns trotz unseres Geschlechts in den Kreisen der Wissenschaftler, Ärzte, Lehrer oder Rechtsanwälte zu etablieren. Nun aber werden unsere Bemühungen durch das Gendern mit Füßen getreten. Mit den Gender-Gaps schwingt mit, dass unser Geschlecht verhindert, auf Augenhöhe mit den Männern zu sein, wir sind nämlich nur Wissenschaftler*innen, Ärzt*innen, Lehrer*innen oder Rechtsanwält*innen.

Ich weiß, dass hinter dem Gendern gute Absichten stehen, aber es führt dazu, dass unser Geschlecht, das wir uns nicht ausgesucht haben, und nicht unsere Erfolge, für die wieder jahrelang geschuftet haben, betont werden. Diese Betonung ist nicht nur verletzend, nein, Sprache beeinflusst unmittelbar unser Denken und verhindert somit unseren Weg zu einer Gesellschaft frei von geschlechtlicher Diskriminierung. Sophia Rhein