Gesellschaft - In Zeiten von Onlineunterricht nehmen Belästigungen und Beleidigungen zu Gefahren von Mobbing im Netz

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Unter Cybermobbing versteht man absichtliche Beleidigungen, Bloßstellungen oder Belästigungen von Personen über mediale Kommunikationsmöglichkeiten wie E-Mail, Facebook und Instagram, Websites, Chats und vieles mehr. Der Täter sucht sich dabei ein Opfer, das sich nicht gegen die Übergriffe wehren kann. Es herrscht somit ein Ungleichgewicht. Der Täter hat die ganze Macht über das Opfer und unterdrückt dieses. Oft isolieren sich die Opfer, weil sie keine Möglichkeit haben, sich zu wehren beziehungsweise sich nicht trauen, Hilfe zu suchen. Schwierig ist dabei ebenso noch, dass der Täter im Netz anonym ist und viele der Angriffe schwer zurückzuverfolgen sind, da es meist professionelle Hacker sind.

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So viele und mehr typische Beleidigungen werden im Internet verbreitet. © Thomas

Täter aus dem persönlichen Umfeld

Bei Jugendlichen ist dies jedoch anders. Dabei sind es meist Bullys, die aus der eigenen Umgebung sind und die Opfer meist sogar persönlich kennen. Ob durch Schule, aus dem Dorf, alles ist dabei möglich. Die Opfer haben deshalb fast immer einen Verdacht, wer hinter den Attacken stecken könnte.

Cybermobbing hat viele Auswirkungen für die Betroffenen, aber auch für die Täter. Gerade junge Menschen wissen meist nicht, wie sie dagegen vorgehen können. Sie fühlen sich hilflos oder ohnmächtig. Betroffene Schüler, deren Umfeld nichts gegen aggressives Verhalten unternimmt, gehen nicht gern in die Schule, sind weniger motiviert und haben oft auch schlechtere Noten. Schulabbruch, psychische und physische Auswirkungen können die Folge sein.

Bei den Tätern zeigen sich Probleme, mit sozialen Konflikten umzugehen und problemorientierte Lösungswege anzuwenden. Langfristig kann es zu Alkohol- und Suchtmittelmissbrauch, Straffälligkeit und Fortsetzen des gewalttätigen Verhaltens im Erwachsenenalter kommen.

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Deshalb ist es umso wichtiger, mit dem Thema Cybermobbing offen umzugehen und durch ein konstruktives, wertschätzendes Klima und systemische Förderungen diesem Phänomen entgegenzutreten.

Die Zahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen zwischen acht und 21 Jahren ist seit 2017 um 36 Prozent gestiegen, von 12,7 Prozent auf 17,3 Prozent in 2020. In absoluten Zahlen sind das fast zwei Millionen Kinder und Jugendliche. Das zeigt die aktuelle Studie „Cyberlife III – Cybermobbing bei Schülerinnen und Schülern“, die das Bündnis gegen Cybermobbing in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse (TK) vorgestellt hat.

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Die Umstellung des Schulbetriebs auf Fernunterricht und Kontaktbeschränkungen in Folge der COVID-19-Pandemie haben die Situation noch verschärft, weil Jugendliche das Internet jetzt intensiver nutzen und sich ihre sozialen Kontakte noch mehr dahin verlagert haben.

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Damit Cybermobbing nicht zu einem noch größeren Problem wird, sollte man sich in jedem Fall Hilfe suchen, damit dagegen vorgegangen werden kann. Svenja Thomas