Arbeitswelt - Vor seinem Mathematik-Studium absolviert Ben Breitinger ein abwechslungsreiches Praktikum bei TE Connectivity Ein Praktikum in Japan steckt voller Überraschungen

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Bei seinem Praktikum erhielt Ben Breitinger (2. v. l.) vielfältige Einblicke in die verschiedenen Abteilungen. © Breitinger

Endlich mal verstehen, wie ein globales Unternehmen tickt – eine einmalige Chance, die ich durch das Praktikumsstipendium „Globalisierte Arbeitswelt“ der Firmen TE Connectivity und Dentsply Sirona bekommen habe. Dabei ist der Titel Programm: Nach einem zweiwöchigen Kennenlernen der Firma, geht es für vier Wochen weiter in ein anderes – teilweise sehr fernes - Land.

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Angehende Abiturienten der Bensheimer Gymnasien können sich für einen der begehrten Praktikumsplätze bewerben. Nach der anstrengenden Bewerbungsphase mit Assessment Center war ich überglücklich, denn dann stand es fest: Für mich geht es mit der Firma TE Connectivity nach Japan. Nach dem Abitur war es also so weit, es ging los und eine der besten Erfahrungen meines Lebens lag vor mir.

Ich wollte vor allem die Zusammenhänge des Unternehmens kennenlernen. Wie arbeiten die Abteilungen zusammen? Wie unterscheidet sich das Arbeitsleben in Japan und in Deutschland voneinander? Und wie kann ein Unternehmen den globalen Anforderungen gerecht werden? Natürlich wollte ich auch im Hinblick auf mein Mathematik-Studium ab Oktober herausfinden, welche Bereiche der Mathematik dort zum Einsatz kommen. Ein Praktikum muss nicht öde oder langweilig sein. Es kann den Blick weiten und neue Möglichkeiten aufzeigen.

Am Entwicklungsstandort in Bensheim, der deutschen TE Zentrale, ging es für mich los. Dort bin ich in nur zwei Wochen durch die verschiedenen Abteilungen gereist. Ganz schön knapp, um in möglichst alle Abteilungen einen Einblick zu erhalten. In der ersten Woche war ich in den technischen Abteilungen wie der Forschungs- und Entwicklungsabteilung, dem Werkzeugbau oder der Simulation. Anschließend ging es für mich in den Einkauf, das Projektmanagement und Marketing & Sales. Außerdem war ich bei einem Werksbesuch in Speyer dabei. Ich fand es total interessant, was sich hinter einem kleinen und unscheinbar wirkenden Steckverbinder verbirgt: Von Tests im Labor, über sehr rechenintensive Simulationen von äußeren Einflüssen, bis hin zu den speziell angefertigten Werkzeugen für die Produktion, deren Genauigkeit im Mikrometer-Bereich liegt.

Auf geht’s in ein fernes Land

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Die Reise nach Japan kam immer näher und dann stieg ich auch schon in den Flieger. Die ersten Tage verbrachte ich im Hauptquartier, welches in der Präfektur Kanegawa liegt. Dort lernte ich auch gleich einige Mitarbeiter kennen. Bemerkenswert fand ich die lokale Ausrichtung der Firma: Sie ist sogar in Westen und Osten eingeteilt, um den unterschiedlichen, individuellen Kundenwünschen gerecht zu werden. Außerdem hat sich der Präsident von TE Japan die Zeit genommen, um sich mit mir persönlich zu treffen. Denn Praktikanten gibt es in Japan selten, da die Schule dort einen sehr hohen Stellenwert hat und kaum Zeit für Praktika bleibt.

Die darauf folgende Woche verbrachte ich im nicht weit entfernten Kawasaki Engineering Center. Dort warteten intensive Einzeltrainings auf mich, die mich am Ende des Tages mit rauchendem Kopf nach Hause gehen ließen. Es wurde aber auch praktisch: Einmal haben wir Werkzeuge bedienen, auseinander- und wieder zusammenbauen dürfen, um zu lernen, wie diese funktionieren.

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Nach zwei aufregenden Wochen in Japan hieß es für mich wieder Standortwechsel: Es ging nach Kakegawa, wo das modernste Werk Japans zu finden ist. Beeindruckt war ich vom „kaizen“, was übersetzt so viel bedeutet wie „kontinuierliches Streben nach Verbesserung“. Diese Philosophie zeigt sich in den Abläufen des Unternehmens – vor allem in der Fabrik. Denn im Werk hatte alles seinen Platz und selbst die Laufwege für die Techniker zwischen den Maschinen werden optimiert.

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Meinen letzten Stopp legte ich im Sales Office in Toyota (der Stadt) ein. Dort war ich auf großen Meetings dabei. Nach einer Werksführung durch die Hallen Toyotas (dem Automobilhersteller) hieß es: zurück zum Hauptquartier nach Kawasaki.

Viele Erfahrungen im Gepäck

Aber nicht nur auf der Arbeit, sondern auch nach Feierabend hatte ich eine tolle Zeit in Japan. Etwa beim Abendessen mit Kollegen, beim Karaoke Singen oder traditionellen Tanz. Dabei habe ich offene, freundliche und höfliche Menschen kennengelernt. Auch Sightseeing kam nicht zu kurz. In der Region Tokyo gibt es zahlreiche Tempel, die im krassen Kontrast zu bunten Subkulturen stehen. Beispielsweise zur Anime-Hochburg Akihabora oder der Shoppinggegend um Shibuya (bekannt vor allem durch die belebte Kreuzung). Ein Höhepunkt war der Trip nach Kamakura, einer Küstenstadt im Westen, die traditionell mit vielen Tempeln und Schreinen erhalten ist. Auch Ausflüge, bei denen mich Familien mitgenommen haben, werde ich nie vergessen.

Ich nehme viele Erfahrungen mit nach Hause, aber auch Freunde, die mich auf dieser Reise begleitet haben. Dankbar bin ich vor allem dem Lions Club Bensheim und der Firma TE Connectivity, genauso wie den Mitarbeitern, die das Praktikum organisiert haben. Die Zeit hat bei Weitem meine Erwartungen übertroffen. Die globalisierte Arbeitswelt ist voller Überraschungen und unglaublich spannend. Und gemeinsam schafft man mehr. Ben Breitinger