Eilmeldung : Bund-Länder-Treffen: Öffnungen für Handel, Kultur und Sport ab Inzidenz 50

  Die Welt in Zeiten der Corona-Krise

Lesedauer: 

Die innereuropäische Familie wird derzeit von einer Hassliebe zerfressen. Selbstverständlich will niemand von uns, dass unsere Nachbarn krank sind und leiden, aber gönnen wir ihnen wirklich unsere Krankenhausbetten? Unser medizinisches Personal? Unsere Medikamente? Und – wenn es hart auf hart kommt – unser Toilettenpapier? Corona fördert nicht nur unsere Nächstenliebe, sondern auch unseren Egoismus. Gut ist: Mehr Menschen kümmern sich um diejenigen in unserer Gesellschaft, für die das Virus eine größere Gefahr darstellt. Schlecht ist: Nachbarn streiten sich um Konserven und Küchenrollen. Gut ist: Die Welt rückt in der Bekämpfung der Epidemie enger zusammen. Schlecht ist: Lokale Probleme bestehen unabhängig von und über Corona hinaus. Deutschland macht sich Gedanken, wer Spargel und Erdbeeren erntet. Aber was ist denn zum Beispiel mit Dürren, Ernteausfällen und Hunger in Somalia? Die Supermärkte haben Sicherheitspersonal engagiert, um Frieden zwischen den Regalen zu stiften. Aber was ist mit den Konflikten im Gazastreifen? Meine Hoffnung ist, dass es nach der scheinbaren Sintflut auch eine „Sinnflut“ geben wird. Dass wir uns spätestens nach der überstandenen Pandemie weniger als Bensheimer, Hessen oder Deutsche, sondern vielmehr als Erdenbürger, als Global Citizens, verstehen. Die Corona-Krise hat nämlich gezeigt: Ein lokales Problem kann sich ganz schnell zu einer globalen Katastrophe entwickeln. Wir müssen alle an einem Strang ziehen, Absprachen treffen und aufeinander vertrauen, um solche Krisen zu bewältigen. Wenn alles überstanden ist und Ausnahmezustände wie die Corona-Krise an anderen Orten in der Welt auftreten, wünsche ich mir, dass wir nicht wegschauen, sobald das Problem nicht mehr direkt vor unserer Haustür liegt. Bis neulich, Eure BAte