Eigene Meinung - Am 22. Januar 1963 wurde der Élysée-Vertrag unterzeichnet / BAnane-Mitarbeiterin Sophia findet, da ist Luft nach oben Die deutsch-französische Freundschaft aufleben lassen

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Lange Zeit verband Frankreich und Deutschland eine tief sitzende Feindschaft. Dies änderte sich am 22. Januar 1963 mit der Unterzeichnung des Élysée-Vertrages durch den Gründer der fünften Republik, Charles de Gaulle, und dem ersten deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer.

Nur jeder Fünfte lernt in der Schule noch Französisch. © Rhein
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58 Jahre später herrscht zwischen Deutschland und Frankreich zwar definitiv keine Feindschaft, aber es scheint für mich dennoch so, als ob die deutsch-französische Freundschaft inzwischen konfliktbeladener ist als früher.

Wieder aufeinander zugehen

Nach der Unterzeichnung des Élysée-Vertrages herrschte eine Euphorie in beiden Ländern. Das Interesse am Nachbarland nimmt jedoch aus meiner Sicht immer weiter ab. Nur noch jeder fünfte Abiturient belegt beispielsweise bis zur Hochschulreife das Schulfach Französisch. In Frankreich ist die Situation sogar noch drastischer: Nur 22 Prozent der Schüler haben Deutschunterricht in der Schule. Und auch politisch gibt es Spannungen. Während in Deutschland eine Spaltung der Gesellschaft befürchtet wird, ist diese in Frankreich bereits eingetreten. Bei den letzten Präsidentschaftswahlen in Frankreich lag die rechtsextreme Kandidatin Marine Le Pen im ersten Wahlgang nur knapp hinter dem derzeitigen Präsidenten Emmanuel Macron.

Es ist meiner Meinung nach an der Zeit, dass wir uns einander wieder mehr annähern – wenn auch in Zeiten von Corona nicht physisch. Der Freundschaft wegen und um zu verhindern, dass wir Stück für Stück immer weiter voneinander abdriften. Sophia Rhein