Der kleine Unterschied

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Der kleine, aber feine Unterschied zwischen Männern und Frauen ist nicht das X-Chromosom. Es ist das, was wir daraus machen. Denn dass Geschlechterrollen trotz der unterschiedlichen Körper der beiden Geschlechter nicht natur-, sondern menschengemacht sind, darin sind sich Wissenschaftler und Feministen einig. Anders ist es auch nicht zu erklären, dass Businessfrauen als Resultat einer Quote wahrgenommen werden, wohingegen ihre männlichen Kollegen sich den Posten verdient haben. Haben Frauen ein weinendes Kind auf dem Arm, sieht die Mehrheitsgesellschaft sie als fehlbarer Mutter, Männer in der gleichen Situation als zärtliche Väter. Wird ein Mann am Arbeitsplatz laut, ist er durchsetzungsstark, passiert dies einer Frau, ist sie emotional, unausgeglichen oder zickig. Ich kann es nicht mehr hören. Es mag ja wahr sein, dass hinter jedem starken Mann eine starke Frau steht. Hinter jeder starken Frau steht vielleicht ein Mann, vielleicht eine Frau, vielleicht auch niemand. Am heutigen Lesbian Visibility Day 2021 will ich in meiner Kolumne darauf aufmerksam machen, dass Frauen es schwer haben, dass aber Frauen, die aus dem männergemachten, sogenannten traditionellen Rollenbild herausfallen oder -brechen, es besonders schwer haben. Homosexuelle Frauen, Karrierefrauen, schwarze Frauen, Feministinnen, Frauen mit Behinderungen, mit Kindern oder ohne – für alle hat unsere Gesellschaft, so scheint es, ein passendes Klischee und eine passende Diskriminierung parat. Und das muss enden. Bis neulich, Eure BAte

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