Berufsorientierung - Schüler des Goethe-Gymnasiums haben als Praktikanten im Bundestag die Aufgabenbereiche der Abgeordneten kennengelernt Den Politikern in Berlin über die Schulter geschaut

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Mehrere Schüler des Goethe-Gymnasiums Bensheim erhielten kürzlich tiefe Einblicke in die Arbeit des Deutschen Bundestages in Berlin. Die Bergsträßer Abgeordneten Christine Lambrecht (SPD), Till Mansmann (FDP) und Michael Meister (CDU) sowie die den Wahlkreis betreuenden Abgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen Kordula Schulz-Asche und Daniela Wagner hatten ihnen die Möglichkeit eröffnet, in ihren Büros zweiwöchige Praktika zu absolvieren.

Luca Occhionero mit Daniela Wagner vom Bündnis 90/Die Grünen. © GGB
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Für Kiara Erhardt, Domos Farkas, Julia Hensen, Luca Occhionero, Cara Rauen, Jahnavi Tomar und Annicka Werner hatte die Vorstellung, zwei Wochen „alleine“ in der Hauptstadt zu sein, für Freude, aber auch Anspannung gesorgt. Von den Mitarbeitern der Büros wurden sie aber so freundlich aufgenommen, dass sie schnell im Arbeitsalltag der Abgeordneten angekommen waren. Die Schüler durften auch direkt mit ran: Da jeder Volksvertreter in Ausschüssen zu den verschiedensten Themengebieten sitzt, unterstützten sie das Team ihres Abgeordnetenbüros mit verschiedenen Recherchearbeiten, welche die Volksvertreter für die Arbeit in den Ausschüssen benötigten. Bei Daniela Wagner etwa durften Petitionen zu den unterschiedlichsten Themen bearbeitet und in einer Übersicht dargestellt werden.

Die Schüler halfen bei der Organisation von Veranstaltungen der Büros mit und durften anschließend auch an diesen teilnehmen. Zum Beispiel an einem Treffen der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft oder einem Fachgespräch zum Thema „Stadtentwicklung und Umweltschutz“. Insbesondere die große Gedenkveranstaltung im Bundestag mit internationalen Gästen zum Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau mit der Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hinterließ bei den jungen Bensheimern nachhaltigen Eindruck.

Hinter den Kulissen ist viel zu tun

Die zweite Woche des Praktikums war eine Sitzungswoche, in der sie an Fraktionssitzungen der Parteien und an Arbeitsgruppen und Arbeitskreisen teilnahmen. An den letzten drei Praktikumstagen konnten sie Debatten und Fragestunden im Plenum mitverfolgen, wo es mitunter zu heftigen verbalen Schlagabtauschen kam. Einen so tiefen Einblick in die Arbeit der Abgeordneten zu bekommen, hatten die Schüler nicht erwartet – ebenso wenig, einen Hausausweis zu erhalten, mit dem sie zu fast jedem Bereich Zugang hatten. „Dass Politiker nichts arbeiten, kann von keinem von uns bestätigt werden,“ resümiert Luca Occhionero für die Gruppe, die einen detaillierten Einblick in die viele Arbeit hinter den Kulissen bekommen und hautnah miterlebt habe, wie verplant der Tag eines Abgeordneten sei.

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Begeistert äußerten sich die Goethis über eine „private Führung“ durch das Regierungsviertel. Allein diese sei ein Erlebnis für sich gewesen, dank der Insiderinformationen durch die Mitarbeiter der Büros und deren Überblick angesichts der riesigen Gebäudekomplexe. Auch an einem interaktiven Rollenspiel im Deutschen Dom hatten sie teilnehmen dürfen und eine Plenarsitzung in einem Nachbau des Plenarsaal simuliert, wobei Besucher in die Rolle eines Abgeordneten schlüpfen und über einen Gesetzesentwurf debattieren, über den im Anschluss abgestimmt wird. Das Fazit der Schüler? „Deutsche Politik ist total aufregend! Diese zwei Wochen haben definitiv unser politisches Interesse gestärkt.“ red