Benefiz - Das Streaming-Festival zur Aktion „KulturGut – Wir helfen den Kreativen“ ist im Mannheimer Musikkabarett aufgezeichnet worden / Online Anfang März Vom Schatzkistl ins Internet

Von 
Jörg-Peter Klotz
Lesedauer: 
Kameramann Johannes Krassowska nimmt im Schatzkistl den Auftritt des Duos Finest Blend mit Dani Erndwein und Thomas Krebs auf. © Manfred Rinderspacher

Mannheim. Das KulturGut-Festival ist im Kasten. Bis zum Sonntagabend gingen rund 25 Künstlerinnen und Künstler über die Bühne des Mannheimer Musikkabaretts Schatzkistl. Ermöglicht wurde die Aufzeichnung durch eine Großspende für „KulturGut – Wir helfen den Kreativen“, die Benefizaktion des „Mannheimer Morgen“. Dadurch und mit Hilfe eines Förderbetrags der Mannheimer Bürgerstiftung konnten die Organisations- und Produktionskosten komplett gedeckt und 200 Euro Gage für alle beteiligten Künstlerinnen und Künstler garantiert werden.

Aktion KulturGut

  • Spenden unter dem Betreff KulturGut nimmt der Verein Kulturnetz Mannheim Rhein-Neckar für die Benefizaktion des „Mannheimer Morgen“ entgegen. Sie werden ohne Abzüge auf die Gagen der Mitwirkenden des Festivals aufgeschlagen.
  • Die Bankverbindung: Sparkasse Rhein Neckar Nord IBAN: DE51 6705 0505 0038 9769 82
  • Der erste Teil des KulturGut-Festivals wird voraussichtlich Anfang März auf der Homepage des „Mannheimer Morgen“ als kostenloser Stream zu sehen sein. Der zweite Teil eine Woche später.
  • Nächster Streaming-Termin des Musikkabaretts Schatzkistl: 2. Silke Hauck Nacht Online Special mit Sebastian Strodtbeck, Markus Herrmann (beide Gesang/Gitarre) und Kirt Dallaway (Trompete/Gesang). Freitag, 26. Februar, 20 Uhr. Das Angebot ist kostenlos, um Spenden wird gebeten jpk
AdUnit urban-intext1

Dieser Betrag wird noch deutlich steigen, dank der enormen Hilfsbereitschaft unserer Leserinnen und Leser für ihre Kulturschaffenden. Denn seitdem das Online-Festival in Planung ist, können sie über KulturGut die Kreativen nicht nur direkt zum Beispiel mit Buchungen, CD- oder Buchkäufen unterstützen, sondern über das Kulturnetz Mannheim Rhein-Neckar auch spenden.

Jetzt folgt die Postproduktion, das Material wird geschnitten und in zwei Streaming-Shows aufgeteilt. „Auf Sendung“ geht der erste Teil voraussichtlich Anfang März, der zweite soll eine Woche später folgen. Der Zeitplan im Schatzkistl war extrem ambitioniert. Schließlich mussten quasi im Akkord mehr als zwei Dutzend sendefähige Kurzauftritte an den beiden Nachmittagen aufgenommen werden. Wie reibungslos und schnell das alles ablief, war kaum zu glauben: Alle waren pünktlich, perfekt vorbereitet und es gab nicht einen Aussetzer. Das heißt: Alles wurde am Stück abgedreht.

So zeigt das KulturGut-Festival nicht nur die Vielfalt und Qualität der regionalen Kulturszene, sondern auch ihre enorme Professionalität. Die war von studierten Musikprofis zu erwarten, aber auch die Wortkünstler und etwas weniger bühnenerfahrenen Mitwirkenden lieferten auf den Punkt. „Das war schon erstaunlich“, sagte Produktionsleiter Martin Heiler, „Ich habe mir das auf Papier und in meiner Pippi-Langstrumpf-Welt zwar so vorgestellt, aber nicht gedacht, dass es klappt“.

Erstaunlich reibungsloser Ablauf

AdUnit urban-intext2

Für diesen erstaunlich reibungslosen Ablauf sorgte Peter Baltruschats Schatzkistl-Team. Allen voran Achim Mildenberger, der altgediente Ton- und Lichttechniker des Musikkabaretts und als technische Leitung Sabine Frey. Der an vielen Fronten geforderte Produktionsleiter Heiler und die angehende Veranstaltungskauffrau Pia Kleiner packten auch tatkräftig mit an – schon als am Samstag um 14 Uhr der erste Künstler ankam. Mit Dirik Schilgen logischerweise ein Schlagzeuger, der den größten Aufwand beim Aufbau hat. Er gehört zum attraktiv besetzten Jazz-Block des Festivals.

Angenehmer Nebeneffekt: Auch Vertreter der in der Pandemie-Krise oft vergessenen Techniksparten vor und hinter der Bühne profitieren von der Produktion. Für die „Übersetzung“ des Events in ein Online-Festival sorgt die Mannheimer Firma KR-Event. Die Videoregie hat Johannes Krassowska, sein Bruder Konstantin führt die bewegliche Steadycam. Dazu kommen an zwei festinstallierten Kameras Emelie Ohnhäuser und Lasse Timmerhues. Letztere sorgen mit 4k-Ultra-HD-Technologie bei einer Auflösung von 21 Megapixel und mit bis zu 20-fachem Zoom für Bilder auf hohem technischem Niveau. Die mobile Kamera setzt sogar auf 4K-HDR mit 24,2 Megapixel und KI-basiertee Objekterkennung. Es soll sich ja nicht nur gut anhören.

AdUnit urban-intext3

Vor und hinter der Bühne herrschten strenge Hygieneschutzregeln, abgesprochen mit dem Mannheimer Gesundheitsamt. Nur beim Auftritt durften die Künstlerinnen und Künstler den Mundschutz ablegen. Im großen Backstage-Bereich gibt es separat abgepackte Snacks. Zu großer Geselligkeit kommt es pandemiebedingt nicht: Ankunft, Soundcheck und Auftritt sind so geregelt, dass es kaum zu Begegnungen kommt. Die Desinfektionsstation für die Mikrofone bringt etwas Klinikatmosphäre in das gemütlich-schummrige Schatzkistl. Als Jazz zu Beginn wie ein Festival im Festival in wechselnden Kombinationen aufgezeichnet wird, ergibt sich daraus die logistische Herausforderung bei den Ansagen, dass Mikros nicht geteilt werden dürfen. Da müssen Alexandra Lehmler und Matthias Debus kurz klarstellen, dass sie ohnehin „eine Virengemeinschaft“ bilden.

Ungewöhnliche Konstellationen

AdUnit urban-intext4

Zu den Highlights zählt die seltene Begegnung zweier Schlagzeuger auf der Bühne, wie Schilgen vor seinem Duo-Auftritt mit Erwin Ditzner anmerkte: „Da freuen wir uns sehr drüber.“ In der Tat ein hochspannendes exklusives Vergnügen, das sehr viel mehr Publikum verdient hätte als nicht einmal die zwei Handvoll Festival-Beteiligte. Da darf man gespannt sein, wie diese sehr feinziselierte Interaktion auch im Video funktioniert.

Auch Peter Seiler, seit gut fünf Jahrzehnten ein Fixpunkt der Musikszene, erlebte eine Premiere: seinen ersten Auftritt im Schatzkistl. Und das noch an einem Seiler-Klavier. Noch eine ungewöhnliche Konstellation: Das Auswärtsspiel des Kabarett Dusche, das vertreten durch Josefin Lössl und Hans Georg Sütsch erstmals im Schatzkistl statt in der heimischen Klapsmühl’ auftrat. Dank der kleinen Quadrate-Kunde auch für „Außergewärtige“ interessant. Wie diese Demonstration der Kultur in schwierigen Zeiten.

Ressortleitung Stv. Ressortleiter Kulturredaktion