Kunst - Satz auf dem Gemälde „Der Schrei“ stammt von Munch Geheimnis gelöst

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dpa
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Infrarot hat geholfen: Das Rätsel um Munchs „Der Schrei“ ist geklärt. © dpa

Oslo. Ein rätselhafter und kaum sichtbarer Schriftzug auf dem Original des Werks „Der Schrei“ ist von Edvard Munch selbst auf das Ölgemälde geschrieben worden. Mit Hilfe von Infrarotaufnahmen fand das norwegische Nationalmuseum heraus, dass der Satz von Munch persönlich stammt. „Es besteht kein Zweifel, dass die Inschrift Munchs eigene ist“, erklärte Kuratorin Mai Britt Guleng am Montag. Die Handschrift an sich und Ereignisse der Entstehungszeit untermauerten diese Feststellung. „Kunstgeheimnis gelöst“, urteilte die „New York Times“.

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„Der Schrei“ zählt zu den bekanntesten Motiven der Kunstgeschichte. Er ist zu einem zeitlosen Ausdruck menschlicher Angst und selbst zur Vorlage verschiedener Emojis geworden, die Furcht ausdrücken sollen. Munch hat vier „Schrei“-Versionen gemalt, neben dem besagten Original aus dem Jahr 1893 zählt die spätere Version von 1910 zu den berühmtesten davon.

Mit bloßem Auge kaum zu sehen

Das kleine Geheimnis des „Schrei“-Originals findet sich im rötlichen Himmel in der oberen linken Ecke des Gemäldes. „Kan kun være malet af en gal Mand!“, steht dort auf Norwegisch geschrieben. Übersetzt heißt das: „Kann nur von einem Verrückten gemalt worden sein!“

Der für das bloße Auge kaum wahrnehmbare Satz wurde mit Bleistift geschrieben, nachdem Munch das Werk fertiggestellt hatte. Wie die Anmerkung dorthin kam, darüber wurde lange spekuliert. Eine Theorie lautete, dass ein Zuschauer das Sätzchen einst auf das Original geschrieben hatte. Andere mutmaßten, dass der 1904 erstmals entdeckte Schriftzug vom Maler selbst stammte.