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Steuersenkung - Tankstellen geben geringere Energiesteuer schnell an Kunden weiter / ADAC erwartet weitere Preissenkungen

Schlangen an den Zapfsäulen bleiben aus

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dpa
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An der Tankstelle in Einhausen war – wie überall in der Region – zwar ein gewisser Andrang erkennbar, aber lange Schlangen bildeten sich gestern an den Bergsträßer Zapfsäulen nicht. © Thomas Zelinger

Frankfurt. Infolge der seit Mitternacht gesenkten Energiesteuer sind die Spritpreise an Hessens Tankstellen nach Angaben des ADAC teilweise deutlich zurückgegangen. Teils zeige sich eine Preissenkung bei Super E 10 um rund 20 Cent, sagte ein Sprecher des ADAC Hessen-Thüringen.

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In Frankfurt war der Abschlag noch größer: Hier lag der niedrigste Preis für Super E 10 gestern Morgen demnach bei 1,82 Euro pro Liter - am Dienstagabend waren es noch 2,10 Euro gewesen. In Wiesbaden zeige sich eine ähnliche Preissenkung: Der günstigste Preis für Super E 10 habe am Mittwoch bei 1,82 Euro gelegen, am Vortag waren es 2,11 Euro. Auch die Dieselpreise seien gesunken. In Frankfurt etwa habe der günstigste Dieselpreis gestern bei 1,86 Euro gelegen, am Vortag dagegen bei 1,93 Euro.

„Im Mittel sehen wir eine Preissenkung, allerdings ist es noch nicht die vorgesehene Höhe“, sagte der ADAC-Sprecher. Viele Tankstellen hätten demnach noch zu alten Konditionen eingekauft. Im Laufe der kommenden Tage, wenn alte Bestände ausverkauft werden, seien größere Preissenkungen erwartbar. Durch die gesenkte Mineralölsteuer läge der theoretische Preisunterschied für Superbenzin bei 35 Cent pro Liter.

Die Daten beruhen auf einer Auswertung der Spritpreise-App des ADAC in den größten hessischen Städten. Ein Gesamtüberblick liege noch nicht vor.

Trotz der Preissenkungen kam es gestern in der Region nicht zu dem erwarteten Ansturm von Autofahrern. Der Andrang an den Zapfsäulen war zwar größer als sonst, zu langen Schlangen kam es aber nicht.

Habeck: „Eigentlich nicht richtig“

Die vorübergehende Senkung der Mineralölsteuern bekämpft laut Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) vor allem ein gefühltes Problem – könnte aber trotzdem Wirtschaft und Menschen entlasten. Eigentlich sei die Senkung der Mineralölsteuer nicht richtig, weil es in Zeiten hoher Preise ein „Effizienzsignal“ brauche, sagte Habeck bei einem Kongress des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft in Berlin. Dies führe dazu, dass Menschen ihr Verhalten änderten und sich Technik und Wirtschaft anpassten. So sei nach der Ölkrise 1970 der Spritverbrauch von Autos deutlich gesunken. „Hohe Preise führen zu Anpassungen von Märkten“, sagte Habeck. Dieser Mechanismus werde nun ausgesetzt.

„Systemisch ist das nicht richtig, aber es sind nur drei Monate, und der Druck ist enorm, und die Leute leiden darunter, und die Inflation wird gefühlt über die Tankstellen im Moment wahrgenommen“, sagte Habeck. Das sei zwar falsch, denn die eigentlichen Preisbelastungen würden die Menschen später über ihre Heizkostenabrechnungen erreichen. „Aber natürlich ist eine gefühlte Inflation auch schon ein Problem“, sagte Habeck, weil die Menschen weniger konsumierten und die Wirtschaft leide.

Die Grünen im Bundestag übten dagegen Kritik. Man habe Finanzminister Christian Lindner (FDP) gewarnt, „dass eine Preissubvention für Benzin zu einem relevanten Anteil bei den Mineralölkonzernen landen kann“, sagte Fraktionschefin Katharina Dröge der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Der Ruf nach dem Kartellrecht hilft in diesem Fall nicht, sondern nur die Wahl eines anderen Instrumentes.“ dpa

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