Corona - Doch keine Bewegungssperre in Ludwigshafen / Seit Impfbeginn wurden in Mannheim 27 173 Dosen verabreicht Große Sorge wegen Mutationen

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Berlin/Ludwigshafen/Mannheim. Wenige Tage vor dem nächsten Corona-Gipfel wächst in der Bundesregierung die Sorge vor der Ausbreitung der ansteckenderen Virusmutationen. Ein Weg aus dem Lockdown könne nur mit viel Augenmaß geplant werden, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag. „Wenn wir diesen Mutationen die Möglichkeit zur Ausbreitung geben würden, riskierten wir einen erneuten Anstieg der Infektionszahlen.“ Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, warnte, das Virus sei gefährlicher geworden.

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Nach Einschätzung des RKI dominieren die ansteckenderen Corona-Varianten das Infektionsgeschehen in Deutschland noch nicht, dürften aber in den kommenden Wochen eine immer größere Rolle spielen. Spahn mahnte, der zuletzt mühsam erreichte Fortschritt bei den Infektionszahlen dürfe nicht leichtfertig verspielt werden. Er stellte zudem einen für Kinder und Jugendliche geeigneten Impfstoff für diesen Sommer in Aussicht.

Behörden gehen von Einzelfall aus

In Ludwigshafen wird entgegen der Ankündigung von Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) doch keine Bewegungssperre für die Bürger auf einen Radius von 15 Kilometer eingeführt. Diese Absicht hatte die Verwaltung verfolgt, nachdem am Donnerstag eine Corona-Mutante bei einem Asylbewerber festgestellt worden war. Bei den Tests unter den 157 Bewohnern der Unterkunft seien keine weiteren Infektionen festgestellt worden, teilte die Verwaltung am Freitagabend mit. Insofern handele es sich wahrscheinlich um einen Einzelfall. Nach Abstimmung mit den Behörden gebe es vorerst keine weiteren Beschränkungen.

Bei der Suche nach den Mutanten verfolgen die Bundesländer unterschiedliche Strategien. Während Baden-Württemberg alle positiven PCR-Tests sequenzieren lassen will, werden Hessen und Rheinland-Pfalz Proben nur anlassbezogen genauer untersuchen lassen. Der Ärztliche Direktor der GRN-Kliniken im Rhein-Neckar-Kreis, Johannes Berentelg, geht davon aus, dass die Mutanten längst in Deutschland verbreitet sind, „es wurde bloß nicht umfassend danach gesucht“.

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In Mannheim haben unterdessen die Impfungen mit dem neu eingetroffenen Moderna-Wirkstoff begonnen. Im Impfzentrum sind laut Stadt noch nicht alle acht Impfstraßen im Einsatz. Durch den zusätzlichen Wirkstoff gebe es nun täglich 100 zusätzliche Termine. Seit Beginn der Impfungen am 27. Dezember sind in Mannheim 27 173 Dosen verabreicht worden. Bis Ende Februar sollen alle über 80-Jährige die Möglichkeit erhalten haben, Termine zu vereinbaren. ott/bjz/baum/dpa