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Polizeieinsatz mit Todesfolge - Obduktion der Leiche am Mittwoch / Gewerkschaft verurteilt Hetze / Große Betroffenheit in Mannheim

Ermittlungen gegen Beamte

Von 
Kai Plösser und Lisa Wazulin
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Mannheim. Am Tag nach dem Polizeieinsatz mit Todesfolge in Mannheim ist die Bestürzung in der Stadt groß. Oberbürgermeister Peter Kurz zeigte sich in einer Stellungnahme betroffen. „Wir alle wissen, wie wichtig uns ein friedliches, ein respektvolles Zusammenleben in unserer Stadt ist“, sagte er am Dienstag vor dem Rathaus in E 5.

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Offene Fragen zu dem Vorgehen der Beamten müssten nun geklärt werden. Bewerten wollte Kurz den Polizeieinsatz nicht. Dazu müssten die Ermittlungen abgewartet werden. „Ich appelliere an alle, das genauso zu halten“, machte der Oberbürgermeister deutlich. Die Leiche des 47 Jahre alten Mannes soll am Mittwoch obduziert werden, um die Todesursache festzustellen. Das baden-württembergische Landeskriminalamt (LKA) teilte mit, dass der Mann die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt. Über einen möglichen Migrationshintergrund ist bislang nichts bekannt. Zudem gebe es keine Anzeichen auf ein rassistisch motiviertes Handeln der Polizisten.

Lückenlose Aufklärung gefordert

Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Mannheim ein Ermittlungsverfahren gegen die beiden beteiligten Polizeibeamten wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt mit Todesfolge eingeleitet. Den beiden Beamten drohe darüber hinaus ein Disziplinarverfahren, so ein LKA-Sprecher.

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Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zeigte sich über den Vorfall bestürzt. Trotzdem verurteilte sie Hass- und Hetzbotschaften im Netz scharf. GdP-Landeschef Gundram Lottmann sagte, dass solche Reaktionen nicht nur völlig unangemessen, sondern auch menschenverachtend seien. „Wir alle sind betroffen von dem traurigen Vorfall, vor allem die eingesetzten Beamten selbst. Derzeit ist weder die Todesursache bekannt noch liegen konkrete Ermittlungsergebnisse vor“, so Lottmann. Auf „MM“-Anfrage erklärt der Mannheimer GdP-Chef Thomas Mohr zudem, dass der vollständige Name des betroffenen Beamten veröffentlicht worden sei: „Hier wird ein Kollege in den sozialen Medien bedroht, in der Unkenntnis, was zuvor vorgefallen ist. Solche Hetze gegen Polizisten geht gar nicht, und wir werden dagegen strafrechtlich vorgehen.“ Das Polizeipräsidium Mannheim selbst äußerte sich bislang nicht zu dem umstrittenen Einsatz. Präsident Siegfried Kollmar war auf Anfrage nicht bereit für eine Stellungnahme, man verwies auf die Ermittlungen des LKA.

Derweil sind Mannheimer, die am Dienstag am Tatort Blumen ablegten, fassungslos über den Polizeieinsatz. Viele sprachen von einem Vertrauensverlust gegenüber der Polizei, Demonstrierende forderten lückenlose Aufklärung.

Redaktion

Redaktion Lokalredaktion, Online-Koordinatorin. Schwerpunkte: Polizei, Hochschulen, Frauen

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