Camping-Tipps für Neulinge

Urlaubszeit: Vom Versprechen der maximalen Freiheit in Corona-Zeiten

Von 
dpa
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Sie wären ohne Corona nie auf die Idee gekommen, einen Campingurlaub in Erwägung zu ziehen – aber tun dies nun doch? Da sind Sie nicht alleine. Camping boomt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Mit einem rollenden Feriendomizil ist man flexibel und bleibt im Urlaub unter sich. Doch Neulingen stellen sich viele Fragen.

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Wo bekomme ich überhaupt ein Wohnmobil her? Die gute Nachricht fürs Budget: Für einen Camping-Urlaub braucht es kein eigenes Wohnmobil. Fahrzeuge aller Art lassen sich bei verschiedenen Anbietern mieten. Zum Beispiel bei größeren Händlern und Herstellern, die wie Hymer mit Rent-easy.de und Knaus Tabbert mit Rentandtravel.de eigene Vermietportale betreiben, aber auch beim ADAC.

Welches Fahrzeug ist für mich das richtige? Bei Wohnmobilen unterscheidet man zwischen teil- und vollintegrierten Modellen sowie dem Alkhoven mit Schlafkabine über dem Fahrerhaus. Entscheidend ist, wer mitkommt: Wohnmobile bieten je nach Grundriss Platz für zwei bis sechs Personen. Vollintegrierte Wohnmobile sehen aus wie Busse und bilden die Oberklasse im Camping-Segment. Experte Michael Hennemann, der für die Stiftung Warentest das „Wohnmobil-Handbuch“ geschrieben hat, rät Einsteigern zur teilintegrierten Variante: „Das ist die beliebteste und vielfältigste Wohnmobilform mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.“

Brauche ich für Wohnmobil oder Caravan einen speziellen Führerschein? Wer seinen Pkw-Führerschein vor 1999 gemacht hat, muss sich keine Sorgen machen – damit darf man Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von bis zu 7,5 Tonnen fahren. Für alle anderen ist das Gewicht auf 3,5 Tonnen inklusive Zuladung begrenzt. Für Wohnwagen gibt es eine Sonderregelung: Der nach 1999 ausgestellte Führerschein muss durch eine BE-Zusatzqualifikation, die man recht kurzfristig in der Fahrschule erwerben kann, ergänzt werden.

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Worauf sollte ich bei der Ausstattung achten? Wohnmobile sind rollende Häuser. Von der Küche über die Dusche bis zur Heizung ist alles Notwendige vorhanden. Gartenmöbel oder der Fernseher samt Satellitenschüssel gelten dagegen als Extras. „Man kann Geld sparen, indem man sich fragt: Was hat das Fahrzeug an Ausstattung und brauche ich die überhaupt?“, gibt Viktoria Groß vom Deutschen Camping-Club als Tipp.

Was ist bei der Übergabe wichtig? Spätestens bei der Abholung des rollenden Urlaubsdomizils sollten Camper den Vermieter nach der erlaubten Zuladung fragen. Grundsätzlich rät Viktoria Groß, viel Zeit für die Übergabe einzuplanen: „Man muss wissen, wie man eine Toilettenkassette entleert oder die Gasflasche für den Herd wechselt.“

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Was kostet ein Urlaub mit dem Wohnmobil? Wie teuer der Camping-Urlaub wird, hängt vor allem von der gewählten Urlaubszeit ab. Während sich in der Nebensaison durchaus Wohnmobile ab 70 Euro pro Tag finden lassen, klettert die Miete für das Fahrzeug im Sommer schnell auf 120 Euro und mehr. Auch bei den Übernachtungskosten gibt es eine große Spannbreite – von fünf Euro pro Nacht bis zu einem dreistelligen Betrag auf dem Fünf-Sterne-Campingplatz. „Günstiger als ein Hotelurlaub ist Camping sicher nicht“, stellt Sachbuchautor Michael Hennemann klar.

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Wo darf ich eigentlich übernachten? Allein wer zu müde zum Weiterfahren ist, darf sein Wohnmobil für eine Nacht auf einem Parkplatz abstellen. Für den Urlaub stehen Camping- und Stellplätze zur Verfügung, die in Campingführern aufgelistet sind. Campingplätze verfügen immer über Sanitäreinrichtungen sowie Wasser- und Stromanschluss. Stellplätze ausschließlich für Wohnmobile sind dagegen ganz unterschiedlich ausgestattet.

Wie frühzeitig muss ich so einen Urlaub planen? „Grundsätzlich werden die Fahrzeuge in den Ferien sehr schnell knapp“, weiß Michael Hennemann. Wer an die Hauptferienzeit gebunden ist und ein Wohnmobil für die ganze Familie braucht, sollte bei der Suche auf jeden Fall keine Zeit mehr verlieren. dpa