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Umfrage unter Jugendlichen an der Bergstraße: Was bedeutet eigentlich Heimat?

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Heimat kann für jeden eine andere Bedeutung haben. Neben dem Haus in dem man wohnt, kann auch eine Region als Heimat bezeichnet werden. Aber auch Familie und Freunde können als Heimat bezeichnet werden. © stock.adobe.com - Jacob Lund/stock.adobe.com - Jacob Lund/Thomas Neu

Das Oxford Languages Lexikon definiert Heimat als ein „Land, Landesteil oder Ort, in dem man [geboren und] aufgewachsen ist oder sich durch ständigen Aufenthalt zu Hause fühlt (oft als gefühlsbetonter Ausdruck enger Verbundenheit gegenüber einer bestimmten Gegend)“. Aber ist das wirklich alles, was uns „zu Hause“ fühlen lässt? Ist der Aufenthalt an einem Ort die Essenz unseres Heimatgefühls? Oder geht die Verbundenheit tiefer, ist etwas nur Heimat, wenn bestimmte Menschen da sind, oder kann man auch mehr als eine Heimat haben? Wie ist es, in einem anderen Land zu leben als in dem, in dem man aufgewachsen ist? Außerdem gibt es Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten müssen. Ist Heimat also nicht immer ein sicherer Ort, sondern kann auch Schmerz und Verlust bedeuten? Und wie ist es neu Fuß zu fassen, wie finden wir eine neue Heimat?

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Das Thema Heimat hat viele Aspekte und es ist schwer, sich auf einige wenige zu fokussieren und jeder definiert Heimat ein Stück weit anders für sich. Um rauszufinden, was Jugendliche an der Bergstraße und in der Welt denken, wenn wir sie nach ihrer Heimat fragen, haben wir kurze Interviews geführt und sind der Frage nach Heimat näher auf den Grund gegangen. Cara Metzner

Luisa (16): Für mich persönlich ist Heimat kein Land, Stadt ...

Luisa (16): Für mich persönlich ist Heimat kein Land, Stadt oder ein spezifischer Ort, meine Heimat ist meine Familie. Dort, wo meine Familie ist, fühle ich mich wohl, kann ich selbst sein und bin glücklich und werde geliebt. Und genau das finde ich, macht Heimat aus. Zu Hause ist da, wo mir die Personen das Gefühl geben, angekommen zu sein und ich entspannen kann. Es können auch Freunde und Freundinnen ein Teil meiner Heimat und meines Zuhauses sein, da ich mich bei ihnen ebenfalls wohlfühle und sie mich mit Respekt behandeln und mich so nehmen, wie ich nun mal bin. Die Liebe, die mir durch meine Freunde und meine Familie oder näheren Bekannten gegeben wird, ist meine Heimat, in welcher ich mich geschützt fühle. Antonia Ehnes

Ivana (19): Für mich ist Heimat zum einen ein physikalischer Ort. Oder mehrere Orte in der Stadt, in der ich aufgewachsen bin. Das Erste woran ich denke, wenn ich an meine Heimat, mein zu Hause denke, ist das Haus von meinem Vater, in dem ich lebe. Direkt danach kommt das Haus von meiner Mutter, in dem ich viele Jahre meiner Kindheit verbracht habe. Aber auch andere Orte, die mit Personen verbunden sind, wie zum Beispiel das Haus meiner Großmutter. Leute, mit denen ich mich wohlfühle, bei denen ich sein kann, wie ich bin, fühlen sich für mich auch nach zu Hause an. Dazu gehört vor allem meine engste Familie. Man muss sich nicht erklären und hat keine Sorgen. Heimat ist für mich ein positives Gefühl, verbunden mit Fürsorge, Vertrauen und einem füreinander da sein. Cara Metzner

Nesli (18): Ich finde Heimat ist viel mehr als ein Haus oder ein Ort im Spezifischen. Es ist eher ein Gefühl von Geborgenheit und Ankommen. Dafür muss dies kein Ort sein oder im Generellen etwas Materielles. Vielmehr sind es für mich die Leute, die Heimat ausmachen. Bei diesen Menschen tritt dann ein Gefühl auf, dass es mir ermöglicht, mich bei diesen wohlzufühlen. In meinem Fall wären das meine Familie, aber auch meine engen Freunde. Denn bei diesen fühle ich mich zu Hause. Vor allem finde ich, dass Sicherheit ebenso ein Aspekt ist, der bei Heimat eine große Rolle spielt und damit eng verbunden ist. Denn wenn man sich bei bestimmten Menschen wohlfühlt, fühlt man sich gleichzeitig auch sicher und das ist sehr wichtig. Somit kann man seine Heimat mit vielen unterschiedlichen Aspekten beleuchten und bei Heimat hat jeder Mensch verschiedene Ansichten. Svenja Thomas

Victoria (18): Mit dem Begriff Heimat verbinde ich neben einem bestimmten Ort auch Menschen, die mir wichtig sind, Traditionen und Erinnerungen. Daher würde ich beispielsweise das Haus meiner Großeltern in Polen als eine Art zweite Heimat bezeichnen. Mit diesem Ort verbinde ich viele schöne Erlebnisse– die Ferien, die wir dort jeden Sommer verbringen oder das traditionelle Weihnachtsfest, das wir schon seit meiner Kindheit dort feiern. Als meine richtige Heimat würde ich letztendlich aber nur mein zu Hause hier an der Bergstraße beschreiben. Hier bin ich aufgewachsen, habe Freunde und Hobbys gefunden, viel erlebt und meine engste Familie bei mir. Daher würde ich sagen, dass hier meine Heimat ist. Mia Eck

Sophie(18): Generell ist die Frage nach dem Ort, der für mich Heimat bedeutet, für mich gar nicht so leicht zu beantworten. Aber kurz gesagt, ist Heimat für mich einfach da, wo ich mich am wohlsten fühle. Außerdem ist Heimat meiner Meinung nach vor allem nicht nur ein einziger fester Ort wie ein Haus oder eine Wohnung, sondern Heimat kann für mich möglicherweise auch an mehreren verschiedenen Orten in der Welt sein. Ein weiterer Aspekt, der Heimat für mich ausmacht, ist das Gefühl, frei zu sein und neue Dinge entdecken und erleben zu können. Ich könnte daher auch auf keinen Fall einen Ort Heimat nennen, an dem ich mich gelangweilt fühle und mich nicht weiterentwickeln kann. Des Weiteren brauche ich persönlich meinen Hund bei mir, um mich an einem Ort zuhause zu fühlen. Beate Sturm

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