Erfahrungsbericht

Pflegebedürftigen an der Bergstraße den Alltag erleichtern

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Bergstraße. Nach meinem Schulabschluss im vergangenen Sommer habe ich mich für eine Weiterbildung zum Betreuungsassistenten/Alltagsbegleiter für Senioren entschieden. Darauf gekommen bin ich durch mehrere positive Praktika-Erfahrungen im sozialen Bereich. Die Weiterbildung habe ich bei Mission Leben in Darmstadt gemacht, einer Akademie für Sozialberufe.

Aber was genau macht ein Betreuungsassistent eigentlich? Einfach erklärt: Ein Betreuungsassistent ist ein wichtiges Bindemitglied zwischen der Pflege für die Senioren und deren Betreuung.

Während der dreimonatigen Weiterbildung lernte Anna-Lena alles, was in diesem Beruf wichtig ist. © Geiß

Ein Alltagsbegleiter kümmert sich um die tägliche Beschäftigung der Senioren, dies kann in Einzelaktivierungsmaßnahmen oder Gruppenangeboten wie singen, spielen, Gymnastik oder Gedächtnistraining stattfinden. Auch Begleitung zu Ärzten, Hilfe beim Einkaufen, Gespräche über Alltägliches und Spaziergänge können zum Aufgabengebiet dazugehören. Ein Betreuungsassistent kann sowohl in einer vollstationären Pflegeeinrichtung, im teilstationären Bereich, in einer Tagespflege oder im ambulanten Pflegedienst arbeiten. Hier gibt es viele Möglichkeiten.

Auch motivieren gehört dazu

Meine Weiterbildung startete im September und ging über drei Monate. Mit mir wurden noch 30 weitere Personen zum Alltagsbegleiter weitergebildet.

Der Unterricht war zwei Mal pro Woche und gestaltete sich in Vorträgen von Dozenten über verschiedene Themen und Aufgaben, die für unseren Beruf relevant sind. Inhalt des Unterrichts war zu Beginn erst mal, welche Aufgaben uns in unserem Beruf als Betreuungskraft erwarten.

Betreuungskräfte sollen die Pflegebedürftigen in ihrem Alltag betreuen und zu Alltagsaktivitäten motivieren. Als Aktivierungsmaßnahmen kommen Maßnahmen und Tätigkeiten in Betracht, die das Wohlbefinden, den physischen Zustand und die Stimmung der betreuten Menschen positiv beeinflussen. Alltagsbegleiter dürfen keine pflegerischen Tätigkeiten ausüben.

Weiter ging der Unterricht mit einem Vortrag: „Der alte Mensch?“ Altsein wird nicht nur von einzelnen Personen selbst, sondern von der Umwelt in Altersbildern festgelegt. Familien, Medien und Gesellschaft haben konkrete Vorstellungen, was alt sein bedeutet.

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red
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Das Bild vom alten Menschen: Er ist krank, hilfebedürftig und vergesslich. Nach einer WHO-Definition werden Menschen in Deutschland ab dem 70. Lebensjahr als „alt“ bezeichnet.

Auch das Thema Kommunikation kam im Unterricht nicht zu kurz. Hierbei sollten wir verschiedene Kommunikationsmodelle in aktiven Beispielen in Gesprächen nachstellen.

Sobald Menschen aufeinandertreffen, findet Kommunikation überall statt. Egal ob auf verbaler oder nonverbaler Ebene. Auf nonverbaler Ebene kann ein Mensch nicht sprechen, man kann aber seine Mimik und Gestik deuten. Die Gebärdensprache ist zum Beispiel weltweit eine nonverbale Sprache. Bei Taubblinden wird die Sprache Lormen genannt.

Wie Kommunikation funktioniert

Es gibt drei Ebenen der Kommunikation. Jede Nachricht kann spiegelbildlich mit vier Ohren empfangen werden.

Zuerst kommt das Selbstoffenbarungsohr – was ist das für einer? Danach entsteht das Beziehungsohr – wer redet eigentlich mit wem? Wen glaubt er vor sich zu haben? Anschließend folgt das Sachverhaltsohr – hier versteht man den Sachverhalt. Als Letztes folgt das Appellohr – was soll man tun, denken und fühlen aufgrund der Mitteilung?

Diese Art der Mitteilung nennt man Vier-Ohren-Modell. Nach einer Studie von Psychologe Paul Watzlawick hat jede Kommunikation eines Inhalts und Beziehungsaspekt. Der Beziehungsaspekt bestimmt dann den Inhaltsaspekt. Man kann nicht, nicht kommunizieren.

In nächster Zeit werde ich weiter berichten, wie es mir während meinem Kurs zum Alltagsbegleiter erging und was ich alles gelernt habe. Anna-Lena Geiß

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