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Interview I - Jugendforscher Simon Schnetzer hat mit der BAnane über die Generation Z gesprochen

„Die Jugend hat Angst, falsche Entscheidungen zu treffen“

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© Thomas

Am 26. September war die Bundestagswahl. Auch Teile der Generation Z, also der Jahrgänge von 1995 bis 2010, gaben an diesem Tag ihre zwei Stimmen ab. Sie sind stark beeinflusst von Internet-Plattformen wie Facebook und Instagram, da sie die erste Generation sind, die damit aufgewachsen ist beziehungsweise noch damit wächst. Zudem setzen sie sich intensiv mit ihrer Umgebung oder der Umwelt auseinander. Politisch interessiert ist die Generation Z allemal, dies wird beispielsweise an der Fridays-for-Future-Bewegung sichtbar.

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Doch wie wählt diese zukunftsorientierte Generation Z (GenZ) eigentlich und was ist ihnen dabei wichtig? Um darüber mehr zu erfahren, hat die BAnane ein Interview mit dem Jugendforscher Simon Schnetzer geführt.

Wie wählt Generation Z?

Simon Schnetzer: Mit der Klimakrise klar vor Augen, wählt die Generation Z sehr zukunftsorientiert: Die Erwartungshaltung an die Parteien ist, dass sie Zukunft sichert und Stabilität bietet. Der Wohlstand von morgen ist noch nicht das Top-Thema, daher liegt der klare Fokus auf einer lebenswerten Zukunft und Umwelt.

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Was wählt die Generation Z?

Schnetzer: Das große Generation-Z-Thema der Bundestagswahl 2021 ist die Klimakrise, weswegen die populärste Partei der GenZ voraussichtlich die Grünen sein werden.

Je nachdem, wie stark die Familien der jeweiligen GenZ-Vertreterinnen und -Vertreter wirtschaftlich durch die Krise betroffen sind, können auch soziale Fragen mit finanziellem Bezug im Vordergund stehen, dabei spielen BAföG oder auch der Mindestlohn eine große Rolle. Wodurch sowohl die FDP als auch die Linke profitieren könnte.

Diese Generation ist eine, die nur schwer und ungern Entscheidungen trifft. Wieso ist das so und wie werden wichtige Entscheidungen wie, wo mache ich meine Kreuzchen bei der Bundestagswahl, getroffen?

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Schnetzer: Die Generation Z hat mehr Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen, weil sie unter viel mehr Optionen auswählen muss und weil Entscheidungen digital abstrakter sind, als bei einem persönlichen Beratungsgespräch. Das ist zum großen Teil dem Internet und Smartphone geschuldet, zum Teil aber auch der Pandemie, die noch viel mehr Entscheidungshilfen ins Netz verlagert hat. Eine der größten Sorgen der Jugend ist es, falsche Entscheidungen zu treffen. Und sie scheuen Entscheidungen, wo es kein Zurück gibt. Es gibt viele, die ungern wählen gehen. Doch es gibt auch einige, die auch mit 13 oder 14 schon gerne das Wahlrecht hätten. Die große Schwierigkeit bei der Bundestagswahl ist wiederum, eine Entscheidung zu treffen. Die Jugend ist allerdings pragmatisch, schätzt Vergleichsangebote und Entscheidungshilfen wie den Wahl-O-Mat. Am Ende zählt bei der Jugend aber ein Klassiker: die Persönlichkeit.

Denkt die Generation Z „grün“ und „futuristisch“?

Schnetzer: Ja, das würde ich unterschreiben. Allerdings bezieht sich die Zukunftsbezogenheit auf das, was sie in ihrem Lebensumfeld bereits erfahren können. Fragen der sozialen Gerechtigkeit, des Wirtschaftssystems oder des Arbeitsmarkts werden von der Generation Z bislang wenig berücksichtigt.

Was würden Sie dieser Generation mit auf dem Weg geben?

Schnetzer: Unbedingt wählen gehen, damit die eigene Meinung vertreten wird und die Stimme mehr Gewicht bekommt. Sich für das geringste Übel entscheiden und nicht auf das perfekte Parteiprogramm warten. Außerdem soll sich GenZ für eine lebenswerte Zukunft oder auch ihre Umwelt einsetzen. Svenja Thomas

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